Zweiter Kantersieg in einer Woche für den TSB Gmünd. Ganz im Stile eines Aufstiegsanwärters ließ das Fröhlich-Team beim Tabellenletzten TSV Blaustein nichts anbrennen und gewann mit 44:19 (23:9) – so hoch wie noch nie zuvor in der vierthöchsten Spielklasse.
Der Respekt vor dem zwar weit abgeschlagenen TSV Blaustein war nicht völlig unbegründet. Doch vor einem Ausrutscher wie etwa am zweiten Spieltag beim Vorletzten TV Plochingen (31:33) musste sich der TSB Gmünd zu keiner Zeit fürchten. Offensiv wie defensiv boten die Jets keine perfekte, aber solide Leistung. Schon vor der Halbzeit war die Partie entschieden. Weil die Mannschaft genau das umsetzte, was ihr Trainer Aaron Fröhlich gefordert hatte: Von der ersten Sekunde an war der TSB hellwach und ließ die Blausteiner – anders als im Hinspiel, als es zur Pause unentschieden stand – gar nicht erst an einer Sensation schnuppern. Noch besser aus Trainersicht: Kräfte konnten geschont werden, einige Spieler sich für mehr Einsatzzeiten empfehlen.
Die Blausteiner, deren Abstieg aus der Regionalliga nun auch rechnerisch besiegelt ist, erzielten zwar den ersten Treffer des Abends. Doch nur zehn Sekunden darauf meldete sich TSB-Torjäger Niklas Burtsche ebenfalls im Spiel an. Nach dem 4:1 durch Kai Schäffner kamen die Hausherren zwar noch einmal zum Anschluss. Dann aber platzte bei den Gmündern so richtig der Knoten: Mit sechs Toren in Folge innerhalb von nur vier Minuten zogen sie vorentscheidend auf 13:4 (14.). Linkshänder Stefan Scholz traf aus dem Rückraum nach Belieben, neben ihm trumpfte Arian Pleißner gleich nach seiner Einwechslung mit einem Doppelschlag zum 16:6 (18.) auf.
Pure Gmünder Dominanz vorne und hinten
Die Spannung war vorzeitig heraus. Alleine schon weil die Gmünder Abwehr um Andreas Maier gar nichts anbrennen ließ. Wenn doch ein Ball durchkam, war Torhüter Daniel Mühleisen zur Stelle und leitete umgehend den schnellen Gegenstoß ein. Der pfeilschnelle Burtsche netzte schon im ersten Durchgang sechsmal ein. Vor und nach der Pause blieb der TSB insgesamt elf Minuten lang ohne Gegentreffer. Die beiden A-Jugendlichen Simon Neumaier und Lenny Schwenk brachten zusätzliche Energie ein, trafen zum 26:9 (34.). Nach 41 Minuten stand schon ein unglaubliches 20 Tore-Polster auf der Anzeigetafel.
Die Gmünder dachten auch gar nicht daran, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Weil ein historisch deutlicher Erfolg winkte, vor allem aber auch weil sich die vermeintliche zweite Reihe empfehlen wollte. Youngster Schwenk stach mit sieben Treffern heraus und avancierte damit zum besten Feldtorschütze der Partie. Während es für die Stammkräfte Maier und Tom Abt eine Pause gab, trafen vom Kreis erst Stephan Mühleisen und Jonas Waldenmaier. Nachdem Kapitän Wolfgang Bächle seinen Platz auf dem rechten Flügel geräumt hatte, übernahm Florian Abele. Der 19-Jährige, der sich zur kommenden Saison der HSG Ostfildern anschließen wird, erzielte den goldenen 40. Treffer und durfte seinen jetzigen Teamkollegen traditionsgemäß eine Getränkerunde ausgeben.
Chancen auf einen noch höheren Sieg
Ein kleiner Makel des Schützenfestes: Der TSB hätte gut und gerne auch die 50 Tore-Schallmauer durchbrechen können, ließ in der Schlussviertelstunde jedoch mehrere freie Chancen ungenutzt. Einzig Schwenk blieb unbeirrt, schraubte am Tag vor seinem letzten A-Jugendspiel mit Frisch Auf Göppingen sein Torekonto weiter nach oben und deutete an, welch eine Verstärkung er mit vollem Fokus auf den TSB Gmünd sein wird. Den Schlusspunkt zum eindrucksvollen 44:19 setzte Kreisläufer Waldenmaier. Nie zuvor hatten die "Jets" in der höchsten Spielklasse Baden-Württembergs deutlicher gewonnen – einzig beim 48:30 über Saase3Leutershausen II vor ziemlich genau einem Jahr hatten sie sogar noch mehr Tore gewonnen.
Zwischen zwei langjährigen Rivalen wird es das vorerst letzte Aufeinandertreffen gewesen sein: Während sich Blaustein in der Oberliga neu finden muss, befindet sich der TSB sieben Spieltage vor Saisonende weiterhin auf der Überholspur. Die Leistung der Vorwoche, als der direkte Konkurrent TSV Weinsberg mit 34:21 bezwungen wurde, ist bestätigt. Zumindest für eine Nacht durfte sich der TSB mit 33:13 Punkten sogar über den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz freuen, bevor am Sonntagabend noch die Hauptkonkurrenten HSG Albstadt (33:13) und TSV Heiningen (34:14) aufeinandertreffen.
Bereit für das anstehende Topspiel
Im Rennen um die Meisterschaft und die zwei direkten Aufstiegsplätze hält das Fröhlich-Team alle Karten in der eigenen Hand. Am kommenden Samstag (19:30 Uhr / Große Sporthalle) empfängt der TSB den Tabellenvierten TVS Badne-Baden (31:15) – ein möglicherweise schon entscheidendes Spitzenspiel, in dem den Gmünder aber auch deutlich mehr abverlangt werden dürfte als bei der Pflichtaufgabe in Albstadt.
TSV Blaustein – TSB Jets 19:44 (9:23)
TSV: Nikolai Wolf. Jakob Bundschu – Lino Schmid (4/4), Linus Bee (3), Felix Bohnacker (2), Niklas Braune (2), Niklas Höchst (2), Daniel Schmid (2), Emilio Elze (1), Jonas Widmaier (1), Yannis Fleischer (1), Raffael Heinz (1), Erik Hönig, Jannis Grasser, Balint Rosta, Jan Riedel
TSB: Daniel Mühleisen, Tobias Klemm – Niklas Burtsche (8/3), Lenny Schwenk (7), Yannik Leichs (5), Kai Schäffner (4), Stefan Scholz (4), Arian Pleißner (4), Jonas Waldenmaier (3), Florian Abele (3), Simon Neumaier (3), Stephan Mühleisen (1), Wolfgang Bächle (1), Tom Abt (1), Andreas Maier, Patrick Watzl
Siebenmeter: TSV 4/4 – TSB 3/3
Zeitstrafen: TSV 4 Minuten – TSB 4 Minuten
Schiedsrichter: Bärbel Hönes (Heidelberg/TSG Wiesloch), Sabrina Müller (Metzingen/HSG Ermstal)
Zuschauer: 250
(Nicolas Schoch)







































