Der Traum wird greifbar: Tabellenführer TSB Gmünd stürmt die Weinstädter Festung

Es war die erwartet schwere Aufgabe – und am Ende eine Demonstration von Reife, Mentalität und Zusammenhalt. Der TSB Gmünd gewinnt das Derby bei der heimstarken SG Weinstadt mit 33:28 (17:10) und baut seine Spitzenposition aus. In einer hitzigen Atmosphäre sorgen 250 mitgereiste Fans für ein Gmünder Heimspiel.
 
Die Spannung war greifbar. Bereits eine Stunde vor dem Anpfiff war die enge Sporthalle in Beutelsbach bis auf den letzten Platz besetzt, davor stauten sich die Autos. Das Derby elektrisierte das Remstal – und der TSB war nicht alleine gekommen. Rund 250 Gmünder hatten sich auf den kurzen Weg gemacht und sahen, wie sich ihre Mannschaft als würdiger Tabellenführer präsentierte. Nach dem vierten Sieg in Folge überwog der Stolz auf eine starke Leistung unter maximalem Druck – und auf eine Kulisse, die den Unterschied machte.
 

Zäher Beginn – dann dreht der TSB auf

Anders als beim Blitzstart fünf Tage zuvor in Neuenbürg (41:30) hatte sich der TSB zunächst einmal sortieren müssen. Die Partie begann intensiv, körperlich, umkämpft. Kurzzeitig gerieten die Gmünder ins Hintertreffen, als der Wurf von Timo Lederer vom Pfosten ins Gesicht von TSB-Tormann Daniel Mühleisen und von dort zum 2:3 (8.) ins Netz flog. Eine Szene, die Mühleisen offenbar besonders anstachelte. Insgesamt drei Siebenmeter sollte er im weiteren Spielverlauf parieren und gab mit seiner Gala-Leistung die Richtung vor. Seine Vorderleuten hatten zunächst ebenfalls Probleme, suchten zu oft den schnellen Schlagwurf. Dann aber platzte der Knoten – und wie.
 

10 Minuten Dominanz: Mühleisen vernagelt das Tor

Der TSB legte einen furiosen Zwischenspurt hin, drehte die Partie von 3:4 (9.) auf 9:4 (19.). Vorne konsequent, hinten aggressiv: Nichts schien die selbstbewussten „Jets“ bremsen zu können. Die offensive Abwehr mit Abt und Yannik Leichs an der Spitze störte früh, zwang Weinstadt zu Fehlern. Dahinter wuchs Daniel Mühleisen über sich hinaus und vernagelte sein Gehäuse zehn Minuten lang. Leichs übernahm auch im Angriff die Verantwortung, setzte sich mehrmals elegant durch und erhöhte auf 12:5 (22.). Mit vier Rückraumspielern griff der TSB an, suchte immer wieder die Eins-gegen-Eins-Situationen und knackte somit die zahlenmäßig zweitbeste Abwehr der Liga.

Die Hausherren waren sichtlich beeindruckt, der Gästeblock hatte akustisch längst die Oberhand. Erst traf der flinke Niklas Burtsche aus ganz engem Winkel, nur Sekundenbruchteile später warf Torwart Mühleisen mit einem Distanzwurf ins leerstehende Gehäuse sogar eine Neun-Tore-Führung heraus. Beim 17:10 zur Pause war das Spiel bereits in klare Bahnen gelenkt, auch wenn sich der Vorsprung aus Gmünder Sicht fast noch zu niedrig anfühlte.
 

Kurze Unsicherheit – dann die Entscheidung

Doch ein Derby bleibt ein Derby. Der starke Spielmacher Tom Abt und Nebenmann Leichs hielten das bequeme Polster zunächst aufrecht. Doch erst gab es Diskussionsbedarf zwischen den Trainerbänken, dann häuften sich die Zeitstrafen auf dem Feld. TSB-Abwehrchef Andreas Maier erwischte es nach 41 Minuten zum dritten Mal, nach der Roten Karte musste er den heißen Kampf von außen ansehen. „Wir müssen da besser zusammenstehen in der Abwehr, haben Andi in der Mitte ein bisschen alleine gelassen“, bemängelte Burtsche. Er leistete sich anschließend seinen einzigen Fehlwurf von der Siebenmeterlinie, Weinstadt tastete sich mit vier Toren in Folge auf 22:17 (43.) heran. Doch der TSB blieb ruhig. Abt tankte sich entschlossen durch und erzielte sein wohl wichtigstes Tor an diesem Abend. Burtsche blieb cool, schnappte sich selbstbewusst den nächsten Siebenmeter und verwandelte sicher. Als Linkshänder Stefan Scholz ungehindert hochsteigen durfte, war mit dem 27:20 (49.) der alte Abstand wieder hergestellt. Es war die Vorentscheidung.
 

Souverän ins Ziel – der Aufstieg rückt näher

In der Schlussphase ließ der TSB nichts mehr anbrennen. Tobias Klemm kam für Mühleisen ins Tor und feierte ebenfalls noch zwei Paraden. Als die Gmünder die Kräfte schonten und munter durchwechselten, schmolz der Vorsprung von 31:24 (55.) auf 31:27 (59.). Allerdings viel zu spät, um den hochverdienten Auswärtssieg noch einmal in Gefahr zu bringen. Zu souverän war die Vorstellung des Tabellenführers, der seinen Vorsprung auf vier Punkte ausgedehnt hat. Zwei Siege aus den verbleibenden vier Spielen reichen nun sicher zur Meisterschaft. Nach einer kurzen Pause will der TSB am Sonntag, 12. April (17 Uhr / Große Sporthalle) gegen die SG Heddesheim den nächsten entscheidenden Schritt machen.
Der Traum lebt. Und er ist greifbar nah.

Es war die erwartet schwere Aufgabe – und am Ende eine Demonstration von Reife, Mentalität und Zusammenhalt. Der TSB Gmünd gewinnt das Derby bei der heimstarken SG Weinstadt mit 33:28 (17:10) und baut seine Spitzenposition aus. In einer hitzigen Atmosphäre sorgen 250 mitgereiste Fans für ein Gmünder Heimspiel.
 
Die Spannung war greifbar. Bereits eine Stunde vor dem Anpfiff war die enge Sporthalle in Beutelsbach bis auf den letzten Platz besetzt, davor stauten sich die Autos. Das Derby elektrisierte das Remstal – und der TSB war nicht alleine gekommen. Rund 250 Gmünder hatten sich auf den kurzen Weg gemacht und sahen, wie sich ihre Mannschaft als würdiger Tabellenführer präsentierte. Nach dem vierten Sieg in Folge überwog der Stolz auf eine starke Leistung unter maximalem Druck – und auf eine Kulisse, die den Unterschied machte.
 

Zäher Beginn – dann dreht der TSB auf

Anders als beim Blitzstart fünf Tage zuvor in Neuenbürg (41:30) hatte sich der TSB zunächst einmal sortieren müssen. Die Partie begann intensiv, körperlich, umkämpft. Kurzzeitig gerieten die Gmünder ins Hintertreffen, als der Wurf von Timo Lederer vom Pfosten ins Gesicht von TSB-Tormann Daniel Mühleisen und von dort zum 2:3 (8.) ins Netz flog. Eine Szene, die Mühleisen offenbar besonders anstachelte. Insgesamt drei Siebenmeter sollte er im weiteren Spielverlauf parieren und gab mit seiner Gala-Leistung die Richtung vor. Seine Vorderleuten hatten zunächst ebenfalls Probleme, suchten zu oft den schnellen Schlagwurf. Dann aber platzte der Knoten – und wie.
 

10 Minuten Dominanz: Mühleisen vernagelt das Tor

Der TSB legte einen furiosen Zwischenspurt hin, drehte die Partie von 3:4 (9.) auf 9:4 (19.). Vorne konsequent, hinten aggressiv: Nichts schien die selbstbewussten „Jets“ bremsen zu können. Die offensive Abwehr mit Abt und Yannik Leichs an der Spitze störte früh, zwang Weinstadt zu Fehlern. Dahinter wuchs Daniel Mühleisen über sich hinaus und vernagelte sein Gehäuse zehn Minuten lang. Leichs übernahm auch im Angriff die Verantwortung, setzte sich mehrmals elegant durch und erhöhte auf 12:5 (22.). Mit vier Rückraumspielern griff der TSB an, suchte immer wieder die Eins-gegen-Eins-Situationen und knackte somit die zahlenmäßig zweitbeste Abwehr der Liga.

Die Hausherren waren sichtlich beeindruckt, der Gästeblock hatte akustisch längst die Oberhand. Erst traf der flinke Niklas Burtsche aus ganz engem Winkel, nur Sekundenbruchteile später warf Torwart Mühleisen mit einem Distanzwurf ins leerstehende Gehäuse sogar eine Neun-Tore-Führung heraus. Beim 17:10 zur Pause war das Spiel bereits in klare Bahnen gelenkt, auch wenn sich der Vorsprung aus Gmünder Sicht fast noch zu niedrig anfühlte.
 

Kurze Unsicherheit – dann die Entscheidung

Doch ein Derby bleibt ein Derby. Der starke Spielmacher Tom Abt und Nebenmann Leichs hielten das bequeme Polster zunächst aufrecht. Doch erst gab es Diskussionsbedarf zwischen den Trainerbänken, dann häuften sich die Zeitstrafen auf dem Feld. TSB-Abwehrchef Andreas Maier erwischte es nach 41 Minuten zum dritten Mal, nach der Roten Karte musste er den heißen Kampf von außen ansehen. „Wir müssen da besser zusammenstehen in der Abwehr, haben Andi in der Mitte ein bisschen alleine gelassen“, bemängelte Burtsche. Er leistete sich anschließend seinen einzigen Fehlwurf von der Siebenmeterlinie, Weinstadt tastete sich mit vier Toren in Folge auf 22:17 (43.) heran. Doch der TSB blieb ruhig. Abt tankte sich entschlossen durch und erzielte sein wohl wichtigstes Tor an diesem Abend. Burtsche blieb cool, schnappte sich selbstbewusst den nächsten Siebenmeter und verwandelte sicher. Als Linkshänder Stefan Scholz ungehindert hochsteigen durfte, war mit dem 27:20 (49.) der alte Abstand wieder hergestellt. Es war die Vorentscheidung.
 

Souverän ins Ziel – der Aufstieg rückt näher

In der Schlussphase ließ der TSB nichts mehr anbrennen. Tobias Klemm kam für Mühleisen ins Tor und feierte ebenfalls noch zwei Paraden. Als die Gmünder die Kräfte schonten und munter durchwechselten, schmolz der Vorsprung von 31:24 (55.) auf 31:27 (59.). Allerdings viel zu spät, um den hochverdienten Auswärtssieg noch einmal in Gefahr zu bringen. Zu souverän war die Vorstellung des Tabellenführers, der seinen Vorsprung auf vier Punkte ausgedehnt hat. Zwei Siege aus den verbleibenden vier Spielen reichen nun sicher zur Meisterschaft. Nach einer kurzen Pause will der TSB am Sonntag, 12. April (17 Uhr / Große Sporthalle) gegen die SG Heddesheim den nächsten entscheidenden Schritt machen.
Der Traum lebt. Und er ist greifbar nah.

SG Weinstadt – TSB Jets 28:33 (10:17)

SG: Max Kronmüller, Stefan Doll (1) – Tom Kuhnle (6/1), Luca Baireuther (5), Marvin Klein (3), Julian Linsenmaier (3), Timo Lederer (3), Peter Stäudle (3/1), Pashalis Gikas (2), Ruben Sigle (1), Robin Lidle (1), Philip Schückle, Emil Kazmaier
TSB: Daniel Mühleisen (1), Tobias Klemm – Tom Abt (9), Niklas Burtsche (8/6), Stefan Scholz (5), Yannik Leichs (5), Kai Schäffner (3), Wolfgang Bächle (1), Andreas Maier (1), Stephan Mühleisen, Florian Abele, Arian Pleißner, Patrick Watzl, Jonas Waldenmaier
Siebenmeter: SG 7/2 – TSB 7/6
Zeitstrafen: SG 10 Minuten – TSB 14 Minuten
Rote Karten: Ruben Sigle (SG/27./Gesichtstreffer) – Andreas Maier (TSB/41./Dritte Zeitstrafe)
Schiedsrichter: Armin Frasch (Heubacher HV), Andreas Röhler (SG Weissach im Tal)
Zuschauer: 600

„Gänsehaut vor der blauen Wand“: Stimmen zum Spiel

Aaron Fröhlich, TSB-Trainer: „Gegen eine heimstarke Mannschaft haben wir eine sensationelle erste Halbzeit gespielt. Wir wussten, dass es in jedem Zweikampf hart zur Sache gehen wird. Wir waren uns aber auch sicher, dass wir körperliche Vorteile haben, je länger das Spiel geht. Die vielen Zeitstrafen gegen uns haben die Mannschaft kurzzeitig verunsichert. Doch wir sind darüber hinweg gekommen und haben das Spiel souverän für uns entschieden, auch wenn es in der zweiten Halbzeit sicher keinen Schönheitspreis gab. Dafür war es zu hektisch – und wir haben uns durchgekämpft.“
 
Tom Abt, TSB-Kapitän: „Es ist brutal unangenehm, in diesem Hexenkessel zu spielen. Umso mehr gilt es der Mannschaft ein Kompliment zu machen. Wie wir hier aufgetreten sind, das schaffen wenige. Weinstadt hat sich extrem schwer getan, gegen unsere starke Abwehr Tore zu werfen. Natürlich sind wir in der zweiten Halbzeit kurz ins Nachdenken gekommen, haben uns aber aus unserer schwierigen Phase heraus gekämpft. Das muss man erst einmal schaffen, wenn die Stimmung derart aufgeheizt ist.“
 
Niklas Burtsche, TSB-Linksaußen: „Wir hatten in den ersten zehn Minuten eine Abschlussschwäche, haben den Kampf aber total angenommen. Die gute Phase danach hat dazu geführt, dass die Halle auf unserer Seite war. Auch als es später hektisch wurde, haben wir nie an uns gezweifelt und unser Spiel durchgezogen.“
 
Jürgen Rilli, Sportlicher Leiter TSB Gmünd: „Wir haben einen wichtigen Schritt gemacht. Als ich die blaue Wand mit unseren ganzen Gmünder Fans gesehen habe, hatte ich Gänsehaut. Dass wir diese uneinnehmbare Festung in unserer Hand hatten, macht mich stolz. Dieses Spiel war aber auch symbolisch dafür, dass uns nichts geschenkt wird. Deshalb gilt es die Konzentration und die Spannung hochzuhalten.“
 
Wolfgang Bächle, TSB-Rechtsaußen: „Wir sind aktuell sehr selbstbewusst und wissen, dass wir uns auf jeden Einzelnen verlassen können. Die Leistung der ersten Halbzeit war die Basis für den Sieg. Jetzt ist alles angerichtet – aber wir dürfen den Fokus nicht verlieren.“
 (Text und Bilder: Nicolas Schoch)