Maximal motiviert in den Endspurt: Zwei Schritte trennen den TSB Gmünd vom großen Ziel

Fünf Siege in Folge, souveräner Tabellenführer – und dennoch kein Hauch von Selbstzufriedenheit. Hochkonzentriert geht der TSB Gmünd am Sonntag (17 Uhr / Große Sporthalle) in sein vorletztes Heimspiel. Mit der SG Heddesheim wartet ein vermeintlicher Lieblingsgegner, der keinerlei Druck, aber umso mehr Qualität hat – und genau deshalb ein unangenehmer Prüfstein für die „Jets“ sein wird.

Gerade zur richtigen Zeit präsentiert sich der TSB Gmünd konstant in Bestform. Selbst von den starken Abwehrreihen aus Baden-Baden (35:34) und Weinstadt (33:28) ließ sich der Tabellenführer nicht aufhalten. Die 900 Zuschauer beim vergangenen Heimspiel und die immer größer werdende Fanschar bei den Auswärtsfahrten unterstreicht: Gmünd ist im Handballfieber. Nach fünf, zumeist deutlichen Siegen strotzt das Team von Trainer Aaron Fröhlich nur so vor Selbstvertrauen. Nur noch zwei der verbleibenden vier Saisonspiele müssen gewonnen werden, um die Meisterschaft und den erstmaligen Sprung in die 3. Liga perfekt zu machen.
 
Doch wer glaubt, die „Jets“ würden die letzten beiden Schritte im Vorbeigehen erledigen, den bremst der Chefcoach umgehend aus. „Es werden keine Selbstläufer“, appelliert Fröhlich mit Blick auf die nach wie vor extrem ausgeglichene Regionalliga. Doch er fügt hinzu: „Wir freuen uns auf jedes Spiel, weil wir gut drauf sind und das wiederholen wollen, was wir in den vergangenen Wochen geleistet haben. Ich bin total zufrieden damit, dass wir derzeit von Anfang an voll da sind. Die Gegner können unser Tempo anfangs ein Stück weit mitgehen, aber nicht lange.“
 

Der Schlüssel: Intensität von der ersten Minute

Beim 40:31-Kantersieg in Neuenbürg hatte der TSB den Gegner bereits in der ersten Viertelstunde überrollt, in Weinstadt setzte man sich aber der zehnten Minute vorentscheidend ab. Die starke Fitness, welche die Gmünder in der Saisonvorbereitung erarbeitet hatten, ist derzeit die größte Stärke. Zumal der Kader bis auf den verletzten Christian Waibel komplett ist. Nach der kurzen Osterpause gilt es, diese Intensität hochzuhalten. Denn die Ausgangslage ist außergewöhnlich – und das weiß auch die Mannschaft.
„Auf den Jungs lastet natürlich schon auch ein Druck, den sie sich selber machen“, sagt Fröhlich. Wobei seine Jungs bewiesen haben, dass sie mit dieser inneren Erwartungshaltung immer besser zurecht kommen und sich längst auch frei gemacht haben. Inzwischen hat sich daraus ein positiver Antrieb entwickelt. Vor zwei Jahren hätte wohl niemand an diese große Chance auf den Aufstieg geglaubt. „Doch das haben sich genau diese Jungs erarbeitet und das ist eine ganz große Sache“, lobt Fröhlich, der aber im nächsten Satz wieder zum bekannten Mahner wird: „Völlig einfach geht es natürlich nicht. Wir sind total gewarnt.“
 

Der „Lieblingsgegner“ kann völlig frei aufspielen

Auf den ersten Blick scheint die SG Heddesheim der perfekte Gegner zu sein: Alle bisherigen fünf Duelle konnte der TSB für sich entscheiden, noch dazu geht es für den Tabellenachten aus Nordbaden um nichts mehr. Der Neuling mischte lange sogar in der Spitzengruppe mit und darf trotz einer Durststrecke zu Jahresbeginn längst für eine weitere Saison im baden-württembergischen Oberhaus planen. Doch genau das macht die Aufgabe so gefährlich. „In meiner Erinnerung waren sie früher ein dankbarer Gegner“, weiß Ex-Spielmacher Fröhlich: „Doch das ist überhaupt nicht mehr so. Gerade in der Hinrunde waren sie unglaublich stark und schaffen es immer wieder, die vorderen Mannschaften vor Probleme zu stellen“, so Fröhlich.
Nur zwei Teams in der Liga haben weniger Tore erzielt als die Heddesheimer, die gleichzeitig mit einem Schnitt von unter 29 Gegentoren aber die zweitbeste Defensive stellen. Für Aufsehen sorgten die „Löwen“ kürzlich, als sie den Aufstiegsanwärter aus Baden-Baden mit 28:24 bezwangen. Offensiv ragen die treffsicheren Außen Gianluca Pauli (127/82 Saisontore) und Rouven Hoffmann (122) heraus. Auch der Rückraum ist mit Rouven Hoffmann (95/2), Philipp Badent (83) und Hannes Weindl (46), dem Winterneuzugang vom benachbarten Drittligisten Saase3 Leutershausen, stark besetzt. Weshalb sich der TSB auf den „Worst Case“ einstellt. Sprich, dass die weit gereisten Gäste ihre beste Mannschaft aufs Feld schicken und völlig befreit den Partycrasher spielen wollen. Mit dem sieben Feldspieler agiert Heddesheim gerne und häufig, was der TSB im ersten Aufeinandertreffen allerdings gut kontrollieren konnte. Im Dezember war es Kai Schäffner, der die Gmünder in letzter Sekunde zum 27:26-Auswärtssieg warf. „Jetzt sind wir in einer deutlich besseren Verfassung als damals“, ist Fröhlich überzeugt davon, „dass wir selbstbewusst genug sind, um erneut zu zeigen, was wir können und was wir uns in den vergangenen Wochen selbst bewiesen haben.“
 

Feiern ist noch kein Thema

Theoretisch könnte der TSB (39:13 Punkte) schon am Sonntagabend drei Spieltage vor dem Saisonende den Aufstieg perfekt machen. Was allerdings utopisch ist: Denn dazu müssten am Samstag die HSG Albstadt (35:17 / gegen Ostfildern) und Baden-Baden (35:17 / in Weinstadt) verlieren. Zudem müssten zwei der weiteren drei Verfolger – Heiningen, Willstätt und Steißlingen stehen bei jeweils 34:18 Zählern – ausrutschen. Es ist ein Szenario, mit dem sich beim TSB Gmünd auch niemand beschäftigt. „Bei uns plant niemand etwas vor diesem Wochenende“, garantiert Fröhlich: „Das wäre auch viel zu früh.“ Noch ist gar nichts gewonnen für den TSB Gmünd, doch den Matchball können sich die Jets vor ihrem eigenen Publikum schon einmal selbst bereit legen.
 
TSB: Klemm, D. Mühleisen – Abt, Y. Leichs, Maier, Pleißner, Schäffner, Schwenk, Neumaier Scholz, Watzl, Abele, Bächle, Burtsche, Kiesel, S. Mühleisen, Waldenmaier
Fünf Siege in Folge, souveräner Tabellenführer – und dennoch kein Hauch von Selbstzufriedenheit. Hochkonzentriert geht der TSB Gmünd am Sonntag (17 Uhr / Große Sporthalle) in sein vorletztes Heimspiel. Mit der SG Heddesheim wartet ein vermeintlicher Lieblingsgegner, der keinerlei Druck, aber umso mehr Qualität hat – und genau deshalb ein unangenehmer Prüfstein für die „Jets“ sein wird.

Gerade zur richtigen Zeit präsentiert sich der TSB Gmünd konstant in Bestform. Selbst von den starken Abwehrreihen aus Baden-Baden (35:34) und Weinstadt (33:28) ließ sich der Tabellenführer nicht aufhalten. Die 900 Zuschauer beim vergangenen Heimspiel und die immer größer werdende Fanschar bei den Auswärtsfahrten unterstreicht: Gmünd ist im Handballfieber. Nach fünf, zumeist deutlichen Siegen strotzt das Team von Trainer Aaron Fröhlich nur so vor Selbstvertrauen. Nur noch zwei der verbleibenden vier Saisonspiele müssen gewonnen werden, um die Meisterschaft und den erstmaligen Sprung in die 3. Liga perfekt zu machen.
 
Doch wer glaubt, die „Jets“ würden die letzten beiden Schritte im Vorbeigehen erledigen, den bremst der Chefcoach umgehend aus. „Es werden keine Selbstläufer“, appelliert Fröhlich mit Blick auf die nach wie vor extrem ausgeglichene Regionalliga. Doch er fügt hinzu: „Wir freuen uns auf jedes Spiel, weil wir gut drauf sind und das wiederholen wollen, was wir in den vergangenen Wochen geleistet haben. Ich bin total zufrieden damit, dass wir derzeit von Anfang an voll da sind. Die Gegner können unser Tempo anfangs ein Stück weit mitgehen, aber nicht lange.“
 

Der Schlüssel: Intensität von der ersten Minute

Beim 40:31-Kantersieg in Neuenbürg hatte der TSB den Gegner bereits in der ersten Viertelstunde überrollt, in Weinstadt setzte man sich aber der zehnten Minute vorentscheidend ab. Die starke Fitness, welche die Gmünder in der Saisonvorbereitung erarbeitet hatten, ist derzeit die größte Stärke. Zumal der Kader bis auf den verletzten Christian Waibel komplett ist. Nach der kurzen Osterpause gilt es, diese Intensität hochzuhalten. Denn die Ausgangslage ist außergewöhnlich – und das weiß auch die Mannschaft.
„Auf den Jungs lastet natürlich schon auch ein Druck, den sie sich selber machen“, sagt Fröhlich. Wobei seine Jungs bewiesen haben, dass sie mit dieser inneren Erwartungshaltung immer besser zurecht kommen und sich längst auch frei gemacht haben. Inzwischen hat sich daraus ein positiver Antrieb entwickelt. Vor zwei Jahren hätte wohl niemand an diese große Chance auf den Aufstieg geglaubt. „Doch das haben sich genau diese Jungs erarbeitet und das ist eine ganz große Sache“, lobt Fröhlich, der aber im nächsten Satz wieder zum bekannten Mahner wird: „Völlig einfach geht es natürlich nicht. Wir sind total gewarnt.“
 

Der „Lieblingsgegner“ kann völlig frei aufspielen

Auf den ersten Blick scheint die SG Heddesheim der perfekte Gegner zu sein: Alle bisherigen fünf Duelle konnte der TSB für sich entscheiden, noch dazu geht es für den Tabellenachten aus Nordbaden um nichts mehr. Der Neuling mischte lange sogar in der Spitzengruppe mit und darf trotz einer Durststrecke zu Jahresbeginn längst für eine weitere Saison im baden-württembergischen Oberhaus planen. Doch genau das macht die Aufgabe so gefährlich. „In meiner Erinnerung waren sie früher ein dankbarer Gegner“, weiß Ex-Spielmacher Fröhlich: „Doch das ist überhaupt nicht mehr so. Gerade in der Hinrunde waren sie unglaublich stark und schaffen es immer wieder, die vorderen Mannschaften vor Probleme zu stellen“, so Fröhlich.
Nur zwei Teams in der Liga haben weniger Tore erzielt als die Heddesheimer, die gleichzeitig mit einem Schnitt von unter 29 Gegentoren aber die zweitbeste Defensive stellen. Für Aufsehen sorgten die „Löwen“ kürzlich, als sie den Aufstiegsanwärter aus Baden-Baden mit 28:24 bezwangen. Offensiv ragen die treffsicheren Außen Gianluca Pauli (127/82 Saisontore) und Rouven Hoffmann (122) heraus. Auch der Rückraum ist mit Rouven Hoffmann (95/2), Philipp Badent (83) und Hannes Weindl (46), dem Winterneuzugang vom benachbarten Drittligisten Saase3 Leutershausen, stark besetzt. Weshalb sich der TSB auf den „Worst Case“ einstellt. Sprich, dass die weit gereisten Gäste ihre beste Mannschaft aufs Feld schicken und völlig befreit den Partycrasher spielen wollen. Mit dem sieben Feldspieler agiert Heddesheim gerne und häufig, was der TSB im ersten Aufeinandertreffen allerdings gut kontrollieren konnte. Im Dezember war es Kai Schäffner, der die Gmünder in letzter Sekunde zum 27:26-Auswärtssieg warf. „Jetzt sind wir in einer deutlich besseren Verfassung als damals“, ist Fröhlich überzeugt davon, „dass wir selbstbewusst genug sind, um erneut zu zeigen, was wir können und was wir uns in den vergangenen Wochen selbst bewiesen haben.“
 

Feiern ist noch kein Thema

Theoretisch könnte der TSB (39:13 Punkte) schon am Sonntagabend drei Spieltage vor dem Saisonende den Aufstieg perfekt machen. Was allerdings utopisch ist: Denn dazu müssten am Samstag die HSG Albstadt (35:17 / gegen Ostfildern) und Baden-Baden (35:17 / in Weinstadt) verlieren. Zudem müssten zwei der weiteren drei Verfolger – Heiningen, Willstätt und Steißlingen stehen bei jeweils 34:18 Zählern – ausrutschen. Es ist ein Szenario, mit dem sich beim TSB Gmünd auch niemand beschäftigt. „Bei uns plant niemand etwas vor diesem Wochenende“, garantiert Fröhlich: „Das wäre auch viel zu früh.“ Noch ist gar nichts gewonnen für den TSB Gmünd, doch den Matchball können sich die Jets vor ihrem eigenen Publikum schon einmal selbst bereit legen.
 
TSB: Klemm, D. Mühleisen – Abt, Y. Leichs, Maier, Pleißner, Schäffner, Schwenk, Neumaier Scholz, Watzl, Abele, Bächle, Burtsche, Kiesel, S. Mühleisen, Waldenmaier

Das Restprogramm des TSB Gmünd:

Sonntag, 12. April: SG Heddesheim (8. Platz, Heim) – Hinspielergebnis: 27:26
Samstag, 18. April: TV Neuhausen/Erms (13. Platz, Auswärts) – Hinspielergebnis: 38:32
Samstag, 25. April: TSV Heiningen (4. Platz, Auswärts) – Hinspielergebnis: 37:24
Sonntag, 03. Mai: TV Plochingen (15. Platz, Heim) – Hinspielergebnis: 30:33
 
(Text: Nicolas Schoch - Fotos: Frank Bieg)