Der Aufsteiger will seine Krallen zeigen: TSB-Kapitän Wolfgang Bächle gibt die Richtung vor

Wie schnell gewöhnt sich der TSB Gmünd an die neue Normalität? Die erste Aufregung hat der Aufsteiger um Rechtsaußen Wolfgang Bächle bereits abgelegt. Mutiger, kompakter und konsequenter gilt es aufzutreten, um gegen die Rhein-Neckar Löwen II am Samstag (20 Uhr / Große Sporthalle) erstmals zu punkten.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Wolfgang Bächle mit seinen 32 Jahren der älteste Spieler auf dem Feld sein wird. In seiner nunmehr 14. Saison geht der Rechtsaußen für seinen Heimatverein auf Torejagd. Noch ein Jahr länger ist der kommende Gegner, die U23 der Rhein-Neckar Löwen, ununterbrochen drittklassig. Nach dem VfL Pfullingen hat der TSB Gmünd also direkt den nächsten Hochkaräter vor der Brust – wenn auch auf ganz andere Art. Die „Junglöwen“ gewannen ihr erstes Saisonspiel mit 35:26, konnten sich gegen einen dezimierten TV Bittenfeld II aber erst in der Schlussviertelstunde deutlich absetzen. U17-Weltmeister Tim Löhr und der Rückraumrechte Jan Kraft erzielten jeweils sechs Treffer. Doch den einen Spieler, auf den sich der TSB konzentrieren könnte, gibt es im Team des neuen Trainers Daniel Wernig (zuvor TSG Münster) nicht. Zu groß ist der Talentpool beim Deutschen Meister von 2016 und 2016. Noch ein Grund mehr für die Gmünder, ihren Blick auf die eigenen Stärken zu richten. „In der 3. Liga ist es egal, welcher Gegner kommt“, so lautet Bächles erste Bestandsaufnahme. „Wenn du selbst nicht an deine Leistungsgrenze kommst, dann verlierst du.“
 

Fünf Tore, nur ein Fehlversuch: Der Kapitän geht mit Leistung voran

Eine bittere Erkenntnis aus dem Auftakt in Pfullingen. Um gegen die Top-Teams bestehen, insbesondere auswärts, muss beim TSB nahezu alles passen. Das tat es nicht und der Neuling war in erster Linie froh, die 25:33-Niederlage im Rahmen gehalten zu haben. Phasenweise stellte man den Favoriten vor neue Aufgaben, konnte die Partie aber nur knapp 40 Minuten lang offenhalten, bevor die Kräfte ausgingen. „Man merkt“, so Bächle, „dass es eine ganz andere Härte ist, die Schiedsrichter mehr laufen lassen. Wir kommen nicht mehr so leicht durch oder ziehen einen Siebenmeter.“
Wobei zumindest der Routinier seine Drittliga-Premiere ein wenig genießen konnte. Fünf von sechs Würfen verwandelte Bächle, der sich mit 1078 Treffern in einem Jahrzehnt Regionalliga längst einen Legendenstatus beim TSB verdient und mit Tom Abt weiterhin das Kapitänsamt inne hat. „Es hat in den Fingern gekribbelt“, gesteht Bächle. Doch er ließ die Aufregung schneller hinter sich als mancher Teamkollege und ging gewohnt souverän voran – ganz so, wie es sein Trainer erwartet. „32 Jahre sind noch kein Alter. Wolle steht voll im Saft und ich sehe keinen Grund, warum Wolle in seiner Top-Form nicht noch länger spielen könnte“, sagt Aaron Fröhlich über seinen langjährigen Teamkollegen. Auf dem rechten Flügel herrschen keine Sorgen, zumal mit dem jungen Argentinier Agustin Ortlieb Basualdo ein vielversprechender Back-Up parat steht.
 
Ebenso wollte bei den „Jets“ niemand allzu lange über den ersten Dämpfer grübeln. Der Fokus liegt ausschließlich darauf, was besser werden muss. „Wir wissen, wo wir stehen“, richtete Fröhlich den Blick umgehend nach vorne. Es gilt, sich schnellstmöglich an die neue Normalität zu gewöhnen. „Da müssen wir jetzt reinwachsen, dass wir uns gegen die höhere Qualität Schritt für Schritt steigern und schon am Wochenende in manchen Bereichen eine deutlich bessere Leistung zeigen können. Dann sind wir überhaupt nicht der krasse Außenseiter, sondern können beide Punkte daheim behalten.“
 

Drei Heimspiele in Folge als große Chance

Auch der Kapitän hat klare Ansatzpunkte mitgenommen. In der Abwehr müssen die Gmünder sich mehr gegenseitig unterstützen, das Spiel nochmals enger und kompakter gestalten. Der Gegner müsse zu schwierigeren Würfen gezwungen werden. Im Angriff fordert Bächle mehr Geduld und mehr Konsequenz: „Wir müssen den freien Mann finden, der mehr Platz hat für sein Eins-gegen-Eins. Da haben uns teilweise noch die Durchschlagskraft und die komplette Überzeugung gefehlt.“ Vor allem eines müsse aus den Köpfen: Zurückhaltung. „Wir dürfen da mit 100 Prozent Selbstvertrauen in die Aktionen reingehen – weil wir es können. Dann bin ich guter Dinge, dass wir uns stets weiterentwickeln können und der Erfolg dann auch kommt.“
 
Bestenfalls sogar schnell. Denn die Gelegenheit dafür scheint mit drei Heimspielen in Folge günstig. Nach den Rhein-Neckar Löwen II reisen die Mitaufsteiger HSG Albstadt (12. September) und SG Regensburg (19. September) an. „Eine sehr gute Chance, in Fahrt zu kommen und in der 3. Liga anzukommen“, findet Bächle. In eigener Halle gilt es den Grundstein zu legen für den Klassenerhalt. Das TSB-Urgestein ist sich jedenfalls sicher: „Gmünd hat Bock auf Drittliga-Handball. Die Euphorie wird uns tragen und das ist eine sehr guter Moment, um in die 3. Liga richtig zu starten.“
Wie schnell gewöhnt sich der TSB Gmünd an die neue Normalität? Die erste Aufregung hat der Aufsteiger um Rechtsaußen Wolfgang Bächle bereits abgelegt. Mutiger, kompakter und konsequenter gilt es aufzutreten, um gegen die Rhein-Neckar Löwen II am Samstag (20 Uhr / Große Sporthalle) erstmals zu punkten.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Wolfgang Bächle mit seinen 32 Jahren der älteste Spieler auf dem Feld sein wird. In seiner nunmehr 14. Saison geht der Rechtsaußen für seinen Heimatverein auf Torejagd. Noch ein Jahr länger ist der kommende Gegner, die U23 der Rhein-Neckar Löwen, ununterbrochen drittklassig. Nach dem VfL Pfullingen hat der TSB Gmünd also direkt den nächsten Hochkaräter vor der Brust – wenn auch auf ganz andere Art. Die „Junglöwen“ gewannen ihr erstes Saisonspiel mit 35:26, konnten sich gegen einen dezimierten TV Bittenfeld II aber erst in der Schlussviertelstunde deutlich absetzen. U17-Weltmeister Tim Löhr und der Rückraumrechte Jan Kraft erzielten jeweils sechs Treffer. Doch den einen Spieler, auf den sich der TSB konzentrieren könnte, gibt es im Team des neuen Trainers Daniel Wernig (zuvor TSG Münster) nicht. Zu groß ist der Talentpool beim Deutschen Meister von 2016 und 2016. Noch ein Grund mehr für die Gmünder, ihren Blick auf die eigenen Stärken zu richten. „In der 3. Liga ist es egal, welcher Gegner kommt“, so lautet Bächles erste Bestandsaufnahme. „Wenn du selbst nicht an deine Leistungsgrenze kommst, dann verlierst du.“
 

Fünf Tore, nur ein Fehlversuch: Der Kapitän geht mit Leistung voran

Eine bittere Erkenntnis aus dem Auftakt in Pfullingen. Um gegen die Top-Teams bestehen, insbesondere auswärts, muss beim TSB nahezu alles passen. Das tat es nicht und der Neuling war in erster Linie froh, die 25:33-Niederlage im Rahmen gehalten zu haben. Phasenweise stellte man den Favoriten vor neue Aufgaben, konnte die Partie aber nur knapp 40 Minuten lang offenhalten, bevor die Kräfte ausgingen. „Man merkt“, so Bächle, „dass es eine ganz andere Härte ist, die Schiedsrichter mehr laufen lassen. Wir kommen nicht mehr so leicht durch oder ziehen einen Siebenmeter.“
Wobei zumindest der Routinier seine Drittliga-Premiere ein wenig genießen konnte. Fünf von sechs Würfen verwandelte Bächle, der sich mit 1078 Treffern in einem Jahrzehnt Regionalliga längst einen Legendenstatus beim TSB verdient und mit Tom Abt weiterhin das Kapitänsamt inne hat. „Es hat in den Fingern gekribbelt“, gesteht Bächle. Doch er ließ die Aufregung schneller hinter sich als mancher Teamkollege und ging gewohnt souverän voran – ganz so, wie es sein Trainer erwartet. „32 Jahre sind noch kein Alter. Wolle steht voll im Saft und ich sehe keinen Grund, warum Wolle in seiner Top-Form nicht noch länger spielen könnte“, sagt Aaron Fröhlich über seinen langjährigen Teamkollegen. Auf dem rechten Flügel herrschen keine Sorgen, zumal mit dem jungen Argentinier Agustin Ortlieb Basualdo ein vielversprechender Back-Up parat steht.
 
Ebenso wollte bei den „Jets“ niemand allzu lange über den ersten Dämpfer grübeln. Der Fokus liegt ausschließlich darauf, was besser werden muss. „Wir wissen, wo wir stehen“, richtete Fröhlich den Blick umgehend nach vorne. Es gilt, sich schnellstmöglich an die neue Normalität zu gewöhnen. „Da müssen wir jetzt reinwachsen, dass wir uns gegen die höhere Qualität Schritt für Schritt steigern und schon am Wochenende in manchen Bereichen eine deutlich bessere Leistung zeigen können. Dann sind wir überhaupt nicht der krasse Außenseiter, sondern können beide Punkte daheim behalten.“
 

Drei Heimspiele in Folge als große Chance

Auch der Kapitän hat klare Ansatzpunkte mitgenommen. In der Abwehr müssen die Gmünder sich mehr gegenseitig unterstützen, das Spiel nochmals enger und kompakter gestalten. Der Gegner müsse zu schwierigeren Würfen gezwungen werden. Im Angriff fordert Bächle mehr Geduld und mehr Konsequenz: „Wir müssen den freien Mann finden, der mehr Platz hat für sein Eins-gegen-Eins. Da haben uns teilweise noch die Durchschlagskraft und die komplette Überzeugung gefehlt.“ Vor allem eines müsse aus den Köpfen: Zurückhaltung. „Wir dürfen da mit 100 Prozent Selbstvertrauen in die Aktionen reingehen – weil wir es können. Dann bin ich guter Dinge, dass wir uns stets weiterentwickeln können und der Erfolg dann auch kommt.“
 
Bestenfalls sogar schnell. Denn die Gelegenheit dafür scheint mit drei Heimspielen in Folge günstig. Nach den Rhein-Neckar Löwen II reisen die Mitaufsteiger HSG Albstadt (12. September) und SG Regensburg (19. September) an. „Eine sehr gute Chance, in Fahrt zu kommen und in der 3. Liga anzukommen“, findet Bächle. In eigener Halle gilt es den Grundstein zu legen für den Klassenerhalt. Das TSB-Urgestein ist sich jedenfalls sicher: „Gmünd hat Bock auf Drittliga-Handball. Die Euphorie wird uns tragen und das ist eine sehr guter Moment, um in die 3. Liga richtig zu starten.“

Rund ums 1. TSB-Heimspiel

Tickets: Eintrittskarten gibt es weiterhin ausschließlich an der Abendkasse. Vollzahler zahlen 13 Euro, Rentner 9 Euro, Schüler und Studenten 6 Euro. Dauerkarten für die gesamte Saison sind am Samstag für 140 Euro (ermäßigt 100 Euro) erhältlich.
 
Livestream: Erstmals überträgt der TSB ein Heimspiel inklusive Live-Kommentar. Die Übertragung auf sporteurope.tv startet eine Viertelstunde vor Spielbeginn. Das Einzelspiel kostet 5,90 Euro, der Teampass für alle TSB-Saisonspiele ist für 69,90 Euro erhältlich. Die Hälfte der Erlöse gehen direkt an den vom Zuschauer ausgewählten Verein.
 
Kader: Neben dem bekannten Ausfall von Rückraumspieler Yannik Leichs (Syndesmosebandriss) herrscht nun am Kreis ein kleiner Notstand. Jonas Waldenmaier befindet sich in den Flitterwochen und der Einsatz von Christian Waibel nach einer im Auftaktspiel erlittenen Zerrung ist höchst fraglich. Neuzugang Sören Winger hingegen könnte nach seiner krankheitsbedingten Pause zurückkehren. Sonst bleiben nur Allrounder Andreas Maier sowie Eigengewächs Kai Kiesel, der im ersten Spiel auf diesem hohen Niveau zu überzeugen wusste.
 
Technik: Wie sehr es bei der geplanten „digitalen Revolution“ des Deutschen Handballbundes hakt, bekommt auch die 3. Liga zu spüren. Beim Auftaktspiel des TSB in Pfullingen brach der Live-Ticker auf der offiziellen Plattform handball.net nach 52 Minuten ab, entsprechend war auch die Torschützenliste nicht korrekt. Bereits vor dem Anpfiff sorgte die neue Verbandssoftware für Probleme: VfL-Kreisläufer Sascha Brodbeck konnte nicht im elektronischen Spielberichtsbogen ausgewählt werden, nach Rücksprache mit dem DHB und Zustimmung aller Beteiligten konnte er regelkonform unter einem anderen Namen auflaufen. Der TSB Gmünd sieht sich für seine Heimpremiere gerüstet. Das Technikteam um Marcus Wittek hat meterweise neue Kabel in der Großsporthalle verlegt. Zudem müssen für Schiedsrichter und Kampfgericht erstmals zwei separate Kabinen mit Netzanschluss und Drucker bereit gestellt werden.
 
(Text: Nicolas Schoch - Archivbilder: Frank Bieg)