Die Enttäuschung als gutes Zeichen: TSB Gmünd verliert in Konstanz erst auf der Zielgeraden

Mit einer beherzten Leistung brachte der TSB Gmünd die HSG Konstanz ins Wanken und hielt die Partie 52 Minuten lang völlig offen. Am Ende fehlen beim 27:32 (15:17) nur die letzte Kraftreserve und das nötige Quäntchen Glück.

Hängende Köpfe – zumindest für einen Abend. In der Kabine der Jets war viel Enttäuschung zu spüren. Darüber, dass man sich auf Augenhöhe mit einem langjährigen Zweitligisten bewegt hat, am Ende aber doch mit leeren Händen da stand. Enttäuschung darüber, dass der erhoffte besondere Tag tatsächlich ganz nahe war. Und doch soll aus dieser Enttäuschung Stolz entstehen. Denn was der Aufsteiger in der Schänzle-Sporthalle am Bodenseeufer ablieferte, war eine Leistung, die nicht nur Mut macht. Sie war ein weiterer Fingerzeig, dass der TSB in Liga drei genau richtig ist. "Irgendwo gefällt es mir sogar, dass die Jungs so niedergeschlagen sind", sagte Trainer Aaron Fröhlich, "denn wir wollen die Spiele gewinnen, egal unter welchen Voraussetzungen. Wir können aus Konstanz sehr viel mitnehmen."
Die Frage lautete deshalb: Soll man den Frust teilen – oder dieser Mannschaft vielmehr zu ihrer Leistung gratulieren? Fröhlich hat darauf eine klare Antwort: "Wir können uns wenig Vorwürfe machen. Alles was drin war, haben wir auch auf den Platz gebracht. Nur sind wir kräftemäßig an Grenzen gestoßen." Genau darin lag am Ende der entscheidende Unterschied. So sehr die beiden Rückraumregisseure Tom Abt und Kai Schäffner auch aus dem Gmünder Kollektiv hervorstachen, über 60 Minuten reichte die Puste nicht. Lobend hervorzuheben war die Abwehr, die in den ersten 51 Minuten gerade einmal 24 Gegentore zuließ. Bis auf wenige Abspracheprobleme deckten die Gmünder so gut wie noch nie in dieser Saison, konnten sich zudem auf zwei starke Torhüter verlassen.
 

Eine hervorragende Anfangsphase verblüfft den Favoriten

Daniel Mühleisen knüpfte nahtlos an seine Gala-Vorstellung der vergangenen Woche an und legte mit seinen Paraden die Basis für einen starken Beginn. Vor nur 550 Zuschauern trat der Neuling von Beginn an genauso forsch auf, wie man es sich vor einer solchen Aufgabe gewünscht hatte. Vor allem Abt war für die Gastgeber kaum zu verteidigen und erzielte gleich zu Beginn die ersten zwei seiner insgesamt neun Treffer. Mit 4:2 (6.) und 8:6 (12.) legten die Gmünder stets knapp vor. Als Abt eine Verschnaufpause benötigte, riss beim TSB kurzzeitig der Faden und im Angriff fehlten die Lösungen. Ein 1:6-Lauf – nur unterbrochen durch einen vom eingewechselten Fabian Bauer gehaltenen Strafwurf – brachte die Gäste mit 9:12 (21.) ins Hintertreffen. Fröhlich steuerte mit zahlreichen Wechseln und zeitweise dem Spiel mit sieben Feldspielern dagegen. Neun Sekunden vor der Pause erzielte Abt den Anschluss, doch postwendend mussten die Gmünder noch das 15:17 (30.) schlucken. Trotzdem: Der TSB war voll im Spiel – und er kam mutig aus der Kabine zurück.
"Wir haben unsere Konzepte besser auf den Punkt gebracht, sind in die Eins-gegen-Eins-Situationen gekommen und konnten diese für uns entscheiden“, lobt Fröhlich. Die Phase, in der einem Aufsteiger gegen einen solchen Gegner eigentlich vorzeitig die Luft ausgehen müsste, blieb aus. Erst setzten sich Lenny Schwenk und Abt entschlossen durch, dann glich der gewohnt sichere Linksaußen Niklas Burtsche zum 19:19 (39.) aus. Auch von einem kurzzeitigen Drei-Tore-Rückstand ließ sich der TSB nicht aus der Ruhe bringen, sondern antwortete seinerseits mit drei Treffern in Folge. Abermals war es Burtsche, der mit dem 24:24 (51.) alles wieder auf Null stellte. Es war ein Abnutzungskampf, den der TSB nur "unter größtem körperlichen Kampf", so Fröhlich, offen hielt. Und genau dieser Kampf forderte seinen Tribut.
 

Nicht das Glück, nicht die Kräfte

Die Gmünder Leistungsträger mussten immer mehr über ihre Grenzen gehen. Vor allem Abt und Schäffner waren "stehend K.O.", wie ihr Trainer beobachten musste. Das Duo musste weiterhin die Entscheidungen suchen, obwohl die Beine schwer und die Kräfte nahezu aufgebraucht waren. Der eine oder andere Fehler war deshalb unvermeidbar. „Normalerweise müsste ich ihnen mehr Pausen verschaffen, dass sie nicht in so eine Situation kommen", gesteht Fröhlich. "Aber wir hatten keine Möglichkeiten, da große Verschnaufpausen zu geben, weil Konstanz konsequent und schnell hinten raus gespielt hat.“ Erschwerend hinzu kam, dass Abwehrchef Andreas Maier nach einem gegnerischen Stürmerfoul behandelt werden und für drei Angriffe vom Feld musste.
 
Mit dem 25:26 (54.) ließ Schäffner die Jets nochmals hoffen, doch in den folgenden zwei Minuten platzte der Traum von etwas Zählbarem. Vielleicht, so Fröhlichs Einschätzung, hätten „zwei, drei Pfiffe zu unseren Gunsten“ den TSB noch einmal in eine andere Situation gebracht. Doch entscheidend war das nicht allein: „Wir wollten, aber wir konnten nicht mehr." Der starke HSG-Spielmacher Philipp Hlawatsch, von den Gmündern spät in Manndeckung genommen, sowie der mit neun Toren herausragende Halblinke Lars Michelberger sorgten für die Entscheidung. Für den TSB setzte Rechtsaußen Agustin Ortlieb Basualdo an seinem 22. Geburtstag noch den Schlusspunkt zum 27:32.
„Am Ende muss man auch die Qualität des Gegners anerkennen, vor allem in den Zweikämpfen“, bilanzierte Fröhlich. "Doch wir haben eine beherzte Leistung gezeigt, wo jeder kämpferisch alles gegeben hat." Genau das darf von diesem anstrengenden Abend in Konstanz hängen bleiben. Aus Trainersicht ist eines entscheidend: „Wir arbeiten daran, dass wir selbst noch mehr Optionen schaffen. In Abwehr und Angriff verbessern wir uns kontinuierlich. Die Grenzen, an die wir gestoßen sind, versuchen wir zu verschieben in den kommenden Wochen.“ Allzu lange werden die Köpfe nicht hängen bleiben. Nächsten Samstag (20 Uhr / Große Sporthalle) im Heimspiel gegen den TV Erlangen-Bruck soll sich der große Einsatz auch auszahlen. Fröhlich: „Wir hoffen auf eine volle Halle, um nochmal so eine tolle Leistung bringen – und vielleicht noch Schwächephasen, die wir körperlich haben, besser überstehen können. Dann bin ich zuversichtlich.“
Mit einer beherzten Leistung brachte der TSB Gmünd die HSG Konstanz ins Wanken und hielt die Partie 52 Minuten lang völlig offen. Am Ende fehlen beim 27:32 (15:17) nur die letzte Kraftreserve und das nötige Quäntchen Glück.

Hängende Köpfe – zumindest für einen Abend. In der Kabine der Jets war viel Enttäuschung zu spüren. Darüber, dass man sich auf Augenhöhe mit einem langjährigen Zweitligisten bewegt hat, am Ende aber doch mit leeren Händen da stand. Enttäuschung darüber, dass der erhoffte besondere Tag tatsächlich ganz nahe war. Und doch soll aus dieser Enttäuschung Stolz entstehen. Denn was der Aufsteiger in der Schänzle-Sporthalle am Bodenseeufer ablieferte, war eine Leistung, die nicht nur Mut macht. Sie war ein weiterer Fingerzeig, dass der TSB in Liga drei genau richtig ist. "Irgendwo gefällt es mir sogar, dass die Jungs so niedergeschlagen sind", sagte Trainer Aaron Fröhlich, "denn wir wollen die Spiele gewinnen, egal unter welchen Voraussetzungen. Wir können aus Konstanz sehr viel mitnehmen."
Die Frage lautete deshalb: Soll man den Frust teilen – oder dieser Mannschaft vielmehr zu ihrer Leistung gratulieren? Fröhlich hat darauf eine klare Antwort: "Wir können uns wenig Vorwürfe machen. Alles was drin war, haben wir auch auf den Platz gebracht. Nur sind wir kräftemäßig an Grenzen gestoßen." Genau darin lag am Ende der entscheidende Unterschied. So sehr die beiden Rückraumregisseure Tom Abt und Kai Schäffner auch aus dem Gmünder Kollektiv hervorstachen, über 60 Minuten reichte die Puste nicht. Lobend hervorzuheben war die Abwehr, die in den ersten 51 Minuten gerade einmal 24 Gegentore zuließ. Bis auf wenige Abspracheprobleme deckten die Gmünder so gut wie noch nie in dieser Saison, konnten sich zudem auf zwei starke Torhüter verlassen.
 

Eine hervorragende Anfangsphase verblüfft den Favoriten

Daniel Mühleisen knüpfte nahtlos an seine Gala-Vorstellung der vergangenen Woche an und legte mit seinen Paraden die Basis für einen starken Beginn. Vor nur 550 Zuschauern trat der Neuling von Beginn an genauso forsch auf, wie man es sich vor einer solchen Aufgabe gewünscht hatte. Vor allem Abt war für die Gastgeber kaum zu verteidigen und erzielte gleich zu Beginn die ersten zwei seiner insgesamt neun Treffer. Mit 4:2 (6.) und 8:6 (12.) legten die Gmünder stets knapp vor. Als Abt eine Verschnaufpause benötigte, riss beim TSB kurzzeitig der Faden und im Angriff fehlten die Lösungen. Ein 1:6-Lauf – nur unterbrochen durch einen vom eingewechselten Fabian Bauer gehaltenen Strafwurf – brachte die Gäste mit 9:12 (21.) ins Hintertreffen. Fröhlich steuerte mit zahlreichen Wechseln und zeitweise dem Spiel mit sieben Feldspielern dagegen. Neun Sekunden vor der Pause erzielte Abt den Anschluss, doch postwendend mussten die Gmünder noch das 15:17 (30.) schlucken. Trotzdem: Der TSB war voll im Spiel – und er kam mutig aus der Kabine zurück.
"Wir haben unsere Konzepte besser auf den Punkt gebracht, sind in die Eins-gegen-Eins-Situationen gekommen und konnten diese für uns entscheiden“, lobt Fröhlich. Die Phase, in der einem Aufsteiger gegen einen solchen Gegner eigentlich vorzeitig die Luft ausgehen müsste, blieb aus. Erst setzten sich Lenny Schwenk und Abt entschlossen durch, dann glich der gewohnt sichere Linksaußen Niklas Burtsche zum 19:19 (39.) aus. Auch von einem kurzzeitigen Drei-Tore-Rückstand ließ sich der TSB nicht aus der Ruhe bringen, sondern antwortete seinerseits mit drei Treffern in Folge. Abermals war es Burtsche, der mit dem 24:24 (51.) alles wieder auf Null stellte. Es war ein Abnutzungskampf, den der TSB nur "unter größtem körperlichen Kampf", so Fröhlich, offen hielt. Und genau dieser Kampf forderte seinen Tribut.
 

Nicht das Glück, nicht die Kräfte

Die Gmünder Leistungsträger mussten immer mehr über ihre Grenzen gehen. Vor allem Abt und Schäffner waren "stehend K.O.", wie ihr Trainer beobachten musste. Das Duo musste weiterhin die Entscheidungen suchen, obwohl die Beine schwer und die Kräfte nahezu aufgebraucht waren. Der eine oder andere Fehler war deshalb unvermeidbar. „Normalerweise müsste ich ihnen mehr Pausen verschaffen, dass sie nicht in so eine Situation kommen", gesteht Fröhlich. "Aber wir hatten keine Möglichkeiten, da große Verschnaufpausen zu geben, weil Konstanz konsequent und schnell hinten raus gespielt hat.“ Erschwerend hinzu kam, dass Abwehrchef Andreas Maier nach einem gegnerischen Stürmerfoul behandelt werden und für drei Angriffe vom Feld musste.
 
Mit dem 25:26 (54.) ließ Schäffner die Jets nochmals hoffen, doch in den folgenden zwei Minuten platzte der Traum von etwas Zählbarem. Vielleicht, so Fröhlichs Einschätzung, hätten „zwei, drei Pfiffe zu unseren Gunsten“ den TSB noch einmal in eine andere Situation gebracht. Doch entscheidend war das nicht allein: „Wir wollten, aber wir konnten nicht mehr." Der starke HSG-Spielmacher Philipp Hlawatsch, von den Gmündern spät in Manndeckung genommen, sowie der mit neun Toren herausragende Halblinke Lars Michelberger sorgten für die Entscheidung. Für den TSB setzte Rechtsaußen Agustin Ortlieb Basualdo an seinem 22. Geburtstag noch den Schlusspunkt zum 27:32.
„Am Ende muss man auch die Qualität des Gegners anerkennen, vor allem in den Zweikämpfen“, bilanzierte Fröhlich. "Doch wir haben eine beherzte Leistung gezeigt, wo jeder kämpferisch alles gegeben hat." Genau das darf von diesem anstrengenden Abend in Konstanz hängen bleiben. Aus Trainersicht ist eines entscheidend: „Wir arbeiten daran, dass wir selbst noch mehr Optionen schaffen. In Abwehr und Angriff verbessern wir uns kontinuierlich. Die Grenzen, an die wir gestoßen sind, versuchen wir zu verschieben in den kommenden Wochen.“ Allzu lange werden die Köpfe nicht hängen bleiben. Nächsten Samstag (20 Uhr / Große Sporthalle) im Heimspiel gegen den TV Erlangen-Bruck soll sich der große Einsatz auch auszahlen. Fröhlich: „Wir hoffen auf eine volle Halle, um nochmal so eine tolle Leistung bringen – und vielleicht noch Schwächephasen, die wir körperlich haben, besser überstehen können. Dann bin ich zuversichtlich.“

HSG Konstanz – TSB Jets 32:27 (17:15)

HSG: Adam Studentkowski, Konstantin Pauli – Lars Michelberger (9/3), Nikita Pliuto (5), Philipp Hlawatsch (5), Aron Czako (4/3), Maxim Pliuto (3), Jan Stotten (2), Jo Knipp (2), Janne Pietusky (1), Sven Iberl (1), Michel Stotz, Lukas Dietrich
TSB: Daniel Mühleisen, Fabian Bauer – Tom Abt (9), Niklas Burtsche (8/3), Kai Schäffner (3), Andreas Maier (3), Arian Pleißner (2), Lenny Schwenk (1), Agustin Ortlieb Basualdo (1), Sören Winger, Christian Waibel, Kai Kiesel, Stefan Scholz, Jonas Waldenmaier, Nils Eilers
Siebenmeter: HSG 6/7 – TSB 3/4
Zeitstrafen: HSG 2 Minuten – TSB 2 Minuten
Schiedsrichter: Luca Michels (Dossenheim), Florian Baltz (Weinheim)
Zuschauer: 550
(Text: Nicolas Schoch - Archivbilder: Frank Bieg)