Couragiert zum Normalfall: TSB Gmünd verlangt dem Bundesliga-Absteiger alles ab

Der TSB Gmünd zwingt den HC Oppenweiler/Backnang in eine Abwehrschlacht und kämpft sich beim haushohen Favoriten in der Schlussviertelstunde auf zwei Tore heran. Die 19:27 (8:13) – Niederlage fällt zu deutlich aus, dient aber als Mutmacher für die nächsten großen Kaliber.

Die Mutprobe im Murrtal hat der TSB Gmünd furchtlos angenommen – und muss sich trotz seiner bislang deutlichsten Niederlage in der 3. Liga keinesfalls schämen. Der Neuling wartet zwar auch nach seiner dritten Ausfahrt noch auf den ersten Punkt in der Fremde. Dieser war beim letztjährigen Zweitligisten HC Oppenweiler/Backnang nicht einkalkuliert, wäre aber mit einem Quäntchen Glück und mehr Abschlussstärke keinesfalls unmöglich gewesen. Vor 900 Zuschauern setzten sich die Hausherren letztlich verdient durch, überzeugten mit ihrer namhaften Truppe aber keinesfalls – weil kämpferisch hervorragend eingestellte Gmünder ihnen beherzt Paroli boten. Erneut war es eine bärenstarke Abwehr, die den TSB auszeichnete – doch ein 0:5-Lauf in der ersten und ein weiterer Durchhänger in der zweiten Halbzeit machten den Unterschied. Ausgerechnet in jenen Phasen, als der Underdog drauf und dran war, den Favoriten ins Wanken zu bringen.
 

Furchtlos unter Profibedingungen

Trainer Aaron Fröhlich setzte im Tor zunächst auf Fabian Bauer und auf Linksaußen Nils Eilers, der an seine frühere Wirkungsstätte zurückkehrte. Bauer wehrte gleich zu Beginn einen Siebenmeter von Felix Klingler mit dem Fuß ab und lenkte einen weiteren Abschluss des Rechtsaußen an den Pfosten. Vor ihm war es eine taktische Idee, die sich gleich auszahlte: Lenny Schwenk rückte früh gegen HCOB-Spielgestalter Timm Buck heraus und störte das gegnerische Angriffsspiel entscheidend. Mit einem entschlossenen Durchbruch von Kai Schäffner zum 3:2 (7.) übernahm der TSB die Führung. Der Plan ging auf – nur bissen sich auch die Gmünder an einem körperlich starken Abwehrbollwerk zunehmend die Zähne aus. Es hätte mehr herausspringen müssen als nur das 4:3 (13.), welches Sören Winger vom Kreis erzielte. Die Chance, den Favoriten nachhaltig zu beeindrucken, war verpufft – und dieser schlug zurück.
Nach einer Zeitstrafe wegen eines Wechselfehlers wendete sich das Blatt. Ab dem 4:6 (16.) reagierte Fröhlich und setzte fortan konsequent auf den siebten Feldspieler. Selbst nach einem Ballverlust war Abt mit einer beherzten Aktion zur Stelle und verhinderte einen Wurf auf das verwaiste Gmünder Tor. Der TSB ließ sich nicht abschütteln. Eilers verwandelte seinen ersten Siebenmeter lässig zum Anschluss und legte nach einem Einläufer wenig später das 8:9 (24.) nach. Während Bauer für den TSB stark begonnen hatte, gewann allerdings dessen Gegenüber Dennis Wipf zunehmend die Oberhand. Auf insgesamt 16 Paraden sollte es der HCOB-Keeper an diesem Abend bringen. In den letzten sechs Minuten der ersten Hälfte verzweifelten die Gmünder Werfer und ohne zwei Pfostentreffer wäre es zur Pause schon deutlicher gestanden als 8:13.
 

Starker Rückhalt auf beiden Seiten

Mit dem Wiederanpfiff wechselte der TSB zurück und Tormann Daniel Mühleisen entschärfte sofort den nächsten Strafwurf. Doch auch Wipf führte seine Gala-Vorstellung nahtlos fort. Einzig Spielmacher Tom Abt zeigte sich unbeeindruckt, setzte mit seinem Treffer zum 10:15 (37.) ein Zeichen und bediente wenig später Arian Pleißner mit einem herrlichen Kempa-Anspiel zum 12:17 (42.). Es waren Momente, in denen die Gmünder ihre spielerischen Möglichkeiten aufblitzen ließen. Doch auf gute Aktionen folgten immer wieder vergebene Chancen. Erst scheiterte Abt an Wipf, dann ließ Burtsche einen freien Wurf aus. So blieb die Defensive um Andreas Maier und Christian Waibel weiterhin das größte Pfund. Die Jets verteidigten mit viel Einsatz, halfen einander aus und zwangen den HCOB zu aufwendigen Angriffen. Mit einer Energieleistung gelang es nochmals, für unverhoffte Spannung zu sorgen – wenn auch nur kurz.
Erst übernahm Abt die Verantwortung, dann behielt Co-Kapitän Wolfgang Bächle vom rechten Flügel die Nerven und verkürzte auf 16:18 (47.). Der TSB hatte den HCOB in eine Abwehrschlacht gezwungen und war drauf und dran, aus dem couragierten Auftritt einen echten Krimi zu machen. Doch in dieser entscheidenden Phase waren die letzten Kraftreserven aufgebraucht. Burtsche feuerte einen Siebenmeter ins Hintertornetz, der folgende 0:4-Lauf machte die Hoffnungen schnell wieder zunichte. Die Gastgeber nutzten Ballverluste und offene Räume konsequent, während sich der TSB im Angriff wieder zu wenig Durchschlagskraft erarbeitete. Aus dem Zwei-Tore-Rückstand wurde binnen weniger Minuten ein 16:22 (51.). Damit war die Aufholjagd gebrochen.
 

Eine Niederlage, die Mut macht

Ein abgezockter HC Oppenweiler/Backnang, ein wehrhafter TSB Gmünd – so trat in diesem ungleichen Duell letztlich der Normalfall ein. Arian Pleißner und Schäffner trafen nochmals für die Gäste, doch für den HCOB hatte der mit sieben Treffern aus sieben Versuchen fehlerlose Buck das letzte Wort. Der TSB hatte dem Zweitliga-Absteiger mehr abverlangt, als es der 20:27-Endstand vermuten lässt. Doch die Gmünder hatten ihre Grenzen an diesem Abend nicht einfach nur aufgezeigt bekommen – sie hatten auch bewiesen, dass diese Grenzen im Laufe der Saison noch verschiebbar sein könnten. Der nächste Schritt muss nun darin bestehen, diese guten Phasen länger aufrechtzuerhalten und im Angriff aus den erarbeiteten Möglichkeiten mehr Kapital zu schlagen.
Kommenden Samstag (20 Uhr, Große Sporthalle) empfängt der TSB den derzeit kriselnden Vorjahresdritten SG Pforzheim/Eutingen. Beide Mannschaften liegen punktgleich und dicht vor der Abstiegszone. Doch die mutigen Gmünder verspüren auch hier den geringeren Druck - und können abermals beweisen, dass sie sich an das Top-Niveau der neuen Spielklasse gewöhnt haben.
Der TSB Gmünd zwingt den HC Oppenweiler/Backnang in eine Abwehrschlacht und kämpft sich beim haushohen Favoriten in der Schlussviertelstunde auf zwei Tore heran. Die 19:27 (8:13) – Niederlage fällt zu deutlich aus, dient aber als Mutmacher für die nächsten großen Kaliber.

Die Mutprobe im Murrtal hat der TSB Gmünd furchtlos angenommen – und muss sich trotz seiner bislang deutlichsten Niederlage in der 3. Liga keinesfalls schämen. Der Neuling wartet zwar auch nach seiner dritten Ausfahrt noch auf den ersten Punkt in der Fremde. Dieser war beim letztjährigen Zweitligisten HC Oppenweiler/Backnang nicht einkalkuliert, wäre aber mit einem Quäntchen Glück und mehr Abschlussstärke keinesfalls unmöglich gewesen. Vor 900 Zuschauern setzten sich die Hausherren letztlich verdient durch, überzeugten mit ihrer namhaften Truppe aber keinesfalls – weil kämpferisch hervorragend eingestellte Gmünder ihnen beherzt Paroli boten. Erneut war es eine bärenstarke Abwehr, die den TSB auszeichnete – doch ein 0:5-Lauf in der ersten und ein weiterer Durchhänger in der zweiten Halbzeit machten den Unterschied. Ausgerechnet in jenen Phasen, als der Underdog drauf und dran war, den Favoriten ins Wanken zu bringen.
 

Furchtlos unter Profibedingungen

Trainer Aaron Fröhlich setzte im Tor zunächst auf Fabian Bauer und auf Linksaußen Nils Eilers, der an seine frühere Wirkungsstätte zurückkehrte. Bauer wehrte gleich zu Beginn einen Siebenmeter von Felix Klingler mit dem Fuß ab und lenkte einen weiteren Abschluss des Rechtsaußen an den Pfosten. Vor ihm war es eine taktische Idee, die sich gleich auszahlte: Lenny Schwenk rückte früh gegen HCOB-Spielgestalter Timm Buck heraus und störte das gegnerische Angriffsspiel entscheidend. Mit einem entschlossenen Durchbruch von Kai Schäffner zum 3:2 (7.) übernahm der TSB die Führung. Der Plan ging auf – nur bissen sich auch die Gmünder an einem körperlich starken Abwehrbollwerk zunehmend die Zähne aus. Es hätte mehr herausspringen müssen als nur das 4:3 (13.), welches Sören Winger vom Kreis erzielte. Die Chance, den Favoriten nachhaltig zu beeindrucken, war verpufft – und dieser schlug zurück.
Nach einer Zeitstrafe wegen eines Wechselfehlers wendete sich das Blatt. Ab dem 4:6 (16.) reagierte Fröhlich und setzte fortan konsequent auf den siebten Feldspieler. Selbst nach einem Ballverlust war Abt mit einer beherzten Aktion zur Stelle und verhinderte einen Wurf auf das verwaiste Gmünder Tor. Der TSB ließ sich nicht abschütteln. Eilers verwandelte seinen ersten Siebenmeter lässig zum Anschluss und legte nach einem Einläufer wenig später das 8:9 (24.) nach. Während Bauer für den TSB stark begonnen hatte, gewann allerdings dessen Gegenüber Dennis Wipf zunehmend die Oberhand. Auf insgesamt 16 Paraden sollte es der HCOB-Keeper an diesem Abend bringen. In den letzten sechs Minuten der ersten Hälfte verzweifelten die Gmünder Werfer und ohne zwei Pfostentreffer wäre es zur Pause schon deutlicher gestanden als 8:13.
 

Starker Rückhalt auf beiden Seiten

Mit dem Wiederanpfiff wechselte der TSB zurück und Tormann Daniel Mühleisen entschärfte sofort den nächsten Strafwurf. Doch auch Wipf führte seine Gala-Vorstellung nahtlos fort. Einzig Spielmacher Tom Abt zeigte sich unbeeindruckt, setzte mit seinem Treffer zum 10:15 (37.) ein Zeichen und bediente wenig später Arian Pleißner mit einem herrlichen Kempa-Anspiel zum 12:17 (42.). Es waren Momente, in denen die Gmünder ihre spielerischen Möglichkeiten aufblitzen ließen. Doch auf gute Aktionen folgten immer wieder vergebene Chancen. Erst scheiterte Abt an Wipf, dann ließ Burtsche einen freien Wurf aus. So blieb die Defensive um Andreas Maier und Christian Waibel weiterhin das größte Pfund. Die Jets verteidigten mit viel Einsatz, halfen einander aus und zwangen den HCOB zu aufwendigen Angriffen. Mit einer Energieleistung gelang es nochmals, für unverhoffte Spannung zu sorgen – wenn auch nur kurz.
Erst übernahm Abt die Verantwortung, dann behielt Co-Kapitän Wolfgang Bächle vom rechten Flügel die Nerven und verkürzte auf 16:18 (47.). Der TSB hatte den HCOB in eine Abwehrschlacht gezwungen und war drauf und dran, aus dem couragierten Auftritt einen echten Krimi zu machen. Doch in dieser entscheidenden Phase waren die letzten Kraftreserven aufgebraucht. Burtsche feuerte einen Siebenmeter ins Hintertornetz, der folgende 0:4-Lauf machte die Hoffnungen schnell wieder zunichte. Die Gastgeber nutzten Ballverluste und offene Räume konsequent, während sich der TSB im Angriff wieder zu wenig Durchschlagskraft erarbeitete. Aus dem Zwei-Tore-Rückstand wurde binnen weniger Minuten ein 16:22 (51.). Damit war die Aufholjagd gebrochen.
 

Eine Niederlage, die Mut macht

Ein abgezockter HC Oppenweiler/Backnang, ein wehrhafter TSB Gmünd – so trat in diesem ungleichen Duell letztlich der Normalfall ein. Arian Pleißner und Schäffner trafen nochmals für die Gäste, doch für den HCOB hatte der mit sieben Treffern aus sieben Versuchen fehlerlose Buck das letzte Wort. Der TSB hatte dem Zweitliga-Absteiger mehr abverlangt, als es der 20:27-Endstand vermuten lässt. Doch die Gmünder hatten ihre Grenzen an diesem Abend nicht einfach nur aufgezeigt bekommen – sie hatten auch bewiesen, dass diese Grenzen im Laufe der Saison noch verschiebbar sein könnten. Der nächste Schritt muss nun darin bestehen, diese guten Phasen länger aufrechtzuerhalten und im Angriff aus den erarbeiteten Möglichkeiten mehr Kapital zu schlagen.
Kommenden Samstag (20 Uhr, Große Sporthalle) empfängt der TSB den derzeit kriselnden Vorjahresdritten SG Pforzheim/Eutingen. Beide Mannschaften liegen punktgleich und dicht vor der Abstiegszone. Doch die mutigen Gmünder verspüren auch hier den geringeren Druck - und können abermals beweisen, dass sie sich an das Top-Niveau der neuen Spielklasse gewöhnt haben.

HC Oppenweiler/Backnang – TSB Jets 27:19 (13:8)

HCOB: Dennis Wipf, Dave Hörnig – Timm Buck (7), Christos Erifopoulos (5/1), Cedric Mayer (2), Ruben Sousa (2), Paul Krügele (2), Lev Szuharev (2), David Soos (2), Louis Mönch (1), Robert Kraß (1), Patrick Kiesewalter (1), Martin Schmiedt (1), Felix Klingler (1), Lukas Rauh
TSB: Fabian Bauer (1.-30.Minute), Daniel Mühleisen (31.-60.) – Tom Abt (4), Wolfgang Bächle (3), Kai Schäffner (2), Stefan Scholz (2), Arian Pleißner (2), Niklas Burtsche (2), Nils Eilers (2/1), Andreas Maier (1), Sören Winger (1), Christian Waibel, Lenny Schwenk, Jonas Waldenmaier, Agustin Ortlieb Basualdo (n.e.)
Siebenmeter: HCOB 1/4 – TSB 1/2
Zeitstrafen: HCOB 8 Minuten – TSB 8 Minuten
Schiedsrichter: Christian Staszak (HF Köllertal), Stefan Walter (TV Gerolzhofen)
Zuschauer: 900
 

“Stolz auf diese Leistung” - Stimmen zum Spiel

Selten ist ein Sieger unzufriedener als der Verlierer. Doch wie schwer sich der HC Oppenweiler/Backnang gegen den couragiert auftretenden TSB Gmünd tat, sagt viel über die Leistung der Jets aus. Während die Gmünder trotz der 19:27-Niederlage stolz auf ihren Auftritt sein durften, sah der HCOB-Trainer im Trainergespräch mit dem famosen Hallensprecher Alexander Hornauer noch reichlich Verbesserungsbedarf.
 
Aaron Fröhlich, TSB-Trainer: „Mein Fazit ist sehr positiv und ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Von den Voraussetzungen her trennen uns momentan Welten. Trotzdem haben wir das Spiel unangenehm gestaltet. Unsere 5:1-Abwehr war eine neue Aufgabe, die die Jungs hervorragend umgesetzt haben. Letztlich war unsere Wurfquote zu schlecht, um das Spiel bis zum Ende eng zu halten.“
 
Rui Silva, HCOB-Trainer: „Positiv an diesem Spiel ist der Sieg. Wir haben zu viele Fehler gemacht und waren nicht so klar, wie ich es mir vorstelle. Unser Torhüter hat einen überragenden Job gemacht. Im Angriff sind wir noch weit von dem Niveau entfernt, das ich sehen möchte.“
 
Christian Waibel, TSB-Abwehrspezialist: „Es fühlt sich bitter an, wenn man herankommt und es dann doch nicht schafft. Aber wir tasten uns immer mehr heran. Wir haben gut verteidigt und sind noch einmal nahe rangekommen, es aber leider nicht geschafft, sie ins Zittern zu bringen. Wenn alles passt, können wir gegen jede Mannschaft etwas holen.“
 
Sören Winger, TSB-Kreisläufer: „Wir sind gut gestartet und haben den Gegner unter Druck gesetzt. Der Knackpunkt war, dass wir vorne selbst die Bälle liegen gelassen haben. Dadurch haben wir Oppenweiler starkgemacht, sie bekamen mehr Vertrauen und konnten wegziehen. Trotzdem haben wir eine super Abwehr gestellt. Wir müssen uns für diese Leistung keine Vorwürfe machen und können darauf aufbauen.“
 
Jürgen Rilli, Sportlicher Leiter TSB Gmünd: „Unsere offensive Deckungsvariante ist super aufgegangen. Wir hatten den Gegner da, wo wir ihn haben wollten, und jeder hat sich an die Vorgaben gehalten. Einen Gegner mit ganz anderen Voraussetzungen so lange zu ärgern, ist stark. Am Ende fehlten der letzte Millimeter im Durchsetzungsvermögen und eine bessere Wurfquote. Das gehört zu unserem Entwicklungsprozess – und mit dem bin ich absolut zufrieden.“
(Text und Bilder: Nicolas Schoch)