Nur eine Viertelstunde auf Augenhöhe: TSB-Perspektivteam ist dem Titelfavoriten nicht gewachsen

Mutiger Beginn, bitteres Ende. Mit mutiger Abwehrarbeit hielt der TSB Gmünd II beim VfL Waiblingen II lange dagegen, kann die individuelle Klasse des Tabellenzweiten der Bezirksoberliga später aber nicht mehr bändigen und unterliegt klar mit 24:36 (13:19).


Rein vom Ergebnis her ist es ein Fehlstart ins neue Jahr. Erneut ging das TSB-Perspektivteam gegen ambitionierte Waiblinger leer aus, hat sich aber besser verkauft als bei der 20:35-Schlappe im Hinspiel. Der erneuten Lehrstunde konnte man aber trotzdem viel Positives abgewinnen. Etwa die Tatsache, dass die in der kurzen Winterpause einstudierte offensive Abwehr wirkt – wenn auch noch nicht über einen längeren Zeitraum. „Wir haben weiterentwickelt und konnten Waiblingen vor neue Aufgaben stellen“, meinte Trainer Patrick Schamberger. „Bis zur 18. Minute war das auf jeden Fall eine sehr gute Idee.“
 
Tatsächlich bremste der TSB die zuvor sechsmal in Folge siegreichen „Tigers“ zunächst aus. Der stark aufgelegte Felix Daubner hatte seine Farben mit 3:2 (5.) in Führung geworfen. Rückraumpartner Sebastian Wittek sowie Kai Kiesel am Kreis setzten diesen offenen Schlagabtausch fort. Beide Teams taten sich schwer mit dem Tore werfen. Die Gmünder verteidigten aufopferungsvoll, Wittek konnte bis zum 9:9 (14.) zweimal ausgleichen. Der verheißungsvolle Start allerdings sollte sich nicht auszahlen.
 
In ihrer ersten Auszeit stellten sich die Waiblinger besser auf die ungewohnte Herausforderung ein. „Sie haben uns ein bisschen ausgehebelt und sind mit einfacheren Mitteln zum Erfolg gekommen“, gesteht Schamberger ein. Erschwerend kam hinzu, dass seine Mannen selbst neun Minuten ohne eigenen Treffer blieben und mit 9:14 (22.) ins Hintertreffen gerieten. Die Durchschlagskraft, sie kommt den Gmünder Angreifern immer wieder in dieser Saison phasenweise abhanden.
 
Zunächst berappelte sich der TSB noch, tastete sich auf drei Tore heran und lag zur Pause dann doch schon wieder mit 13:19 (30.) zurück. In der ersten Halbzeit schon durchschnittlich, war die Angriffsleistung anschließend mehr als ausbaufähig. In den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff hielt der TSB nur durch Daubners Strafwürfe dagegen. Abspielfehler und technische Fehler häuften sich, Waiblingen antwortete eiskalt mit leichten Toren im Gegenstoß. Beim Stand von 16:25 (45.) war schon nichts mehr zu holen, in der Schlussphase wurde daraus sogar ein zweistelliger Abstand.
 
„Wir sind nicht mehr richtig in die Abwehr gekommen, die Abstimmung hat uns noch gefehlt“, haderte der Trainer mit der 24:36-Niederlage beim Aufstiegsanwärter: „Ihre Kaltschnäuzigkeit und den Unterschied in der Mannschaftsstärke waren deutlich zu spüren.“ Aus Gmünder Sicht letztlich zwar kein Beinbruch, aber ein Weckruf. Als Tabellenachter liegt das Perspektivteam nur scheinbar im gesicherten Mittelfeld, das Polster zur Abstiegszone allerdings ist denkbar knapp. Die Devise für das Heimspiel am Sonntag (15 Uhr / Große Sporthalle) gegen den Tabellenvierten TV Obertürkheim ist es deshalb, nicht nur mitzuhalten, so Schamberger: „Wir wollen die ersten beiden Punkte in der Rückrunde einfahren – mit vollem Kader, der Unterstützung unserer A-Jugendlichen und eventuell wieder mit einer offensiven Abwehr.“
 
TSB II: Tizian Daubner, Dennis Slonek – Felix Daubner (7/4), Sebastian Wittek (4), Kai Kiesel (4), Jonas Stütz (3), Paul Fritz (1), Aaron Wild (1), Jonathan Leichs (1), Noel Reibstein (1), Kai Jaros (1), Can Oktay (1/1), Max Wollmann
(Nicolas Schoch)