18 Tore von Felix Daubner: TSB-Perspektivteam überrascht in Magstadt

Was für ein Statement im Kampf um den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga: Beim Tabellenfünften SV Magstadt, der zuvor noch kein Heimspiel verloren hatte, zeigt der TSB Gmünd II seine bislang beste Saisonleistung und gewinnt deutlich mit 40:30 (20:18). Fast die Hälfte aller Tore geht auf das Konto des jungen Rückraumspielers Felix Daubner.

Nach neun sieglosen Spielen und dem mühsamen Befreiungsschlag gegen Schlusslicht HC Winnenden II (30:26) scheint der Knoten geplatzt zu sein – und das zum denkbar wichtigsten Zeitpunkt. Vier Spieltage vor Schluss heizt das TSB-Perspektivteam den Tabellenkeller noch einmal richtig an, die Hoffnung auf ein "Happy End" lebt wieder. Der erst dritte Sieg in fremder Halle war besonders in dieser Deutlichkeit nicht zu erwarten gewesen. Ohne den zuletzt überragenden Kai Jaros und Linkshänder Aaron Wild waren die Gmünder nach Magstadt gereist, mit Jonathan Leichs war ein weiterer Schlüsselspieler angeschlagen in die Partie gegangen.
 
"Es musste wirklich alles zusammenlaufen, damit wir etwas holen", sagte Trainer Patrick Schamberger. Genau diesen erhofften Sahnetag erwischte sein Team, welches den favorisierten Tabellenfünften schon im Hinspiel knapp bezwungen hatte und sich bestens auf den Gegner eingestellt hatte. "Wir wussten, dass Magstadt in der Abwehr gerne aktiv herausgeht und dies unseren schnellen Spielern sehr gut liegt. Dieser Matchplan ist voll aufgegangen." Von Beginn an funktionierte das Angriffsspiel nahezu perfekt. Immer wieder suchten die Gmünder konsequent das Eins-gegen-Eins – mit Erfolg. Von der Siebenmeterlinie eröffnete Felix Daubner das Torfestival, sorgte mit dem 5:3 (5.) dann erstmals für ein kleines Polster.
 
Defensiv fand der TSB zwar noch nicht den richtigen Zugriff, antwortete auf einen 7:8-Rückstand (13.) aber passend mit vier Toren in Folge. Abermals kam Magstadt schnell zurück, glich vom 13:13 (21.) bis zum 17:17 (27.) stets postwendend aus. Der Torwartwechsel – Dennis Slonek räumte seinen Platz für Tizian Daubner – sollte sich umgehend bezahlt machen. Spielmacher Sebastian Wittek warf eine 20:18-Halbzeitführung heraus, direkt nach Wiederanpfiff zog der TSB erstmals auf fünf Tore davon. Der Mittelblock stand mit Leichs und Kai Kiesel nun deutlich sicherer, die Paraden von Daubner gaben den "Extra-Push".
Offensiv lief Zwillingsbruder Felix zur Höchstform auf. Der 19-Jährige netzte zum 27:20 (39.) bereits zum 13. Mal ein, brachte es insgesamt auf 18 Treffer – obwohl er als Rechtshänder die ungewohnte Position im rechten Rückraum bespielen musste. Als die TSB-Torfabrik kurzzeitig ins Stocken geriet, witterte Magstadt spät nochmals seine Chance und tastete sich auf 32:29 (51.) heran. "Doch insgesamt haben wir brutal stabil gespielt", lobte Schamberger seine nervenstarke Truppe, die das Tempo in der Schlussphase noch einmal anzog.
 
Besonders in Überzahl war der TSB seinen Kontrahenten stets einen Schritt voraus. Als der herausragende Felix Daubner eine Zeitstrafe herausholte und auch seinen sechsten Strafwurf eiskalt zum 35:29 (55.) verwandelte, war der Gmünder Sensationssieg perfekt. Ein abschließender 5:0-Lauf, bei dem sich auch noch Tormann Tizian Daubner in die Torschützenliste eintragen durfte, bedeutete mit 40:30 den bislang deutlichsten und vielleicht auch wertvollsten Saisonsieg.
 
Der TSB II verbessert sich auf den zwölften Rang, ist punktgleich mit drei weiteren Teams. Es herrscht Hochspannung im Tabellenkeller, doch die Gmünder haben ihr Schicksal wieder selbst in der Hand. Der sicher rettende neunte Platz liegt nur einen Sieg entfernt. Im kommenden Heimspiel am Sonntag, den 12. April (15 Uhr / Große Sporthalle) gegen den Tabellendritten TV Oeffingen II hängen die Trauben zwar erneut besonders hoch. Doch spätestens nach dem Sahnetag von Magstadt ist wieder mit dem Gmünder Perspektivteam zu rechnen.

TSB: Dennis Slonek, Tizian Daubner (1) – Felix Daubner (18/6), Noel Reibstein (6), Jonas Stütz (5), Sebastian Wittek (4), Jonathan Leichs (4), Kai Kiesel (2), Paul Fritz, Jonas Fischer, Can Oktay, Max Wollmann, Moritz Kienzle
(Nicolas Schoch)