Dritter Sieg in Folge: TSB-Perspektivteam setzt die Aufholjagd im Abstiegskampf fort

Der TSB Gmünd II ist zurück im Rennen um den Klassenerhalt – und wie. Gegen den favorisierten TV Oeffingen II biegt das Schamberger-Team in der Schlussphase einen Sechs Tore-Rückstand in den überlebenswichtigen 30:28 (13:14) – Heimsieg um.

Nach neun sieglosen Partien am Stück waren sie fast schon abgeschrieben, doch gerade noch rechtzeitig scheint den Gmündern die Wende zu gelingen. Nach dem hart erkämpften 30:26 über Schlusslicht HC Winnenden II und dem überraschenden 40:30-Sieg beim SV Magstadt ist gegen den Tabellenvierten TV Oeffingen II der nächste Husarenstreich gelungen. Der neue Mut war den TSBlern anzumerken. Mit einer Zwei Tore-Führung begann die Partie ganz so, wie es sich Trainer Patrick Schamberger vorgestellt hatte. Sowohl der Mittelblock mit Moritz Kienzle und Kai Kiesel als auch ihre Nebenleute Aaron Wild und Jonas Stütz „erfüllten ihre Aufgabe in der ersten Viertelstunde zu 110 Prozent.“
 
Der Knackpunkt allerdings: Im Angriff agierten die Hausherren zu hektisch. Mit 5:7 (10.) geriet der TSB erstmals ins Hintertreffen, konnte durch sein quirliges Rückraumduo Sebastian Wittek und Felix Daubner zunächst wieder ausgleichen. Doch Oeffingen kam zunehmend ins Rollen, zog direkt nach dem Seitenwechsel auf 13:17 (34.) davon. „Wir wurden immer wieder durch unsere eigenen Fehler bestraft“, haderte Schamberger. Auch die Umstellung auf eine 5:1-Deckung fruchtete nicht. Weil der überragende TVO-Rückraumschütze Jan Koschke aus allen Lagen traf, schien die Gmünder Hoffnung beim 18:24 (42.) schon erloschen.
Doch in der folgenden Auszeit ordnete der TSB-Coach eine Manndeckung gegen Koschke an – mit durchschlagendem Erfolg: „Oeffingen wusste nicht mehr richtig weiter und kam kaum noch zu klaren Abschlüssen. Meine Jungs hingegen wurden immer aggressiver.“ Can Oktay und Jonathan Leichs brachten neues Feuer in die zuvor wackelnde Defensive, beide verloren kaum einen Zweikampf. Es folgte eine beeindruckende Aufholjagd. Mit einem 8:1-Lauf innerhalb von zwölf Minuten kämpfte sich der TSB zurück. Angeführt von Wittek und Daubner, die immer wieder ins Eins-gegen-Eins gingen und erfolgreich abschlossen, kippte die Partie.
 
Beim 25:25 (52.) war der Ausgleich geschafft, ehe Felix Daubner sich zwei weitere Male energisch durchsetzte und sein Team in Front brachte. Zwischen den Pfosten wuchs Zwillingsbruder Tizian über sich hinaus und parierte vier Siebenmeter, zwei davon in der packenden Schlussphase. Die Gmünder nutzten diesen zusätzlichen Auftrieb und behielten die Nerven. Am Kreis war Kiesel nicht zu bändigen, dann machte Felix Daubner mit seinem zwölften Treffer zum 29:26 (59.) alles klar.
 
Mit dem 30:27-Erfolg ist das Perspektivteam endgültig zurück im Flow. Ob der aktuelle zehnte Tabellenplatz für den Ligaverbleib reicht, ist noch offen. Vier Teams wie aktuell müssen die Gmünder mindestens hinter sich lassen, gleichzeitig liegt selbst der siebte Rang nur noch zwei Punkte entfernt. Drei Endspiele innerhalb einer Woche werden die Entscheidung bringen: Am Samstag (20 Uhr / Flatow-Sporthalle in Stuttgart-Wangen) gastiert der TSB II beim nächsten Spitzenteam HSG Oberer Neckar, bevor es unter der Woche zu den SF Schwaikheim II und am 26. April ins große Finale gegen den direkten Konkurrenten TSV Alfdorf/Lorch/Waldhausen II geht. „Es wird ähnlich schwer wie gegen Magstadt und Oeffingen“, blickt Schamberger voraus. „Aber wir haben bewiesen, dass wir uns vor niemandem zu verstecken brauchen.“
 
TSB II: T. Daubner, Slonek – F. Daubner (12/2), Wittek (6), Kiesel (3), J. Leichs (3), Jaros (2), Stütz (1), P. Fritz (1), Wild (1), Reibstein (1), Fischer, Oktay, Wollmann, Kienzle
(Text und Bilder: Nicolas Schoch)