Als die B-Jugend des TSB Schwäbisch Gmünd zur zweiten Runde der Jugend-Bundesliga-Qualifikation antrat, warteten vier Spiele in zwei Tagen auf die Junior Jets. Am Ende standen zwei Siege, zwei Niederlagen und Platz drei – vor allem aber die Erkenntnis, dass diese Mannschaft auf diesem Niveau absolut mithalten kann.


Der Auftakt gegen den VfL Günzburg verlief alles andere als nach Wunsch. Nervös starteten die Jets in die Partie und lagen schnell mit 0:3 und 2:6 zurück. Beim Stand von 3:8 drohte das Spiel früh zu kippen. Doch die Mannschaft kämpfte sich Tor um Tor zurück und verkürzte bis auf 11:12. Mehrere ausgelassene Chancen verhinderten jedoch den Ausgleich. Mit 12:15 ging es in die Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel hielt der TSB lange Kontakt, ehe technische Fehler und schwindende Kräfte Günzburg die Entscheidung ermöglichten. Am Ende stand eine 22:29-Niederlage.
Charaktertest gegen Bonn bestanden
Nach der Auftaktniederlage stand die Mannschaft bereits unter Druck. Gegen die Bonner JSG gerieten die Jets erneut mit 0:2 in Rückstand, fanden diesmal aber deutlich schneller in die Partie. Über 3:3 und 7:4 übernahmen die Gmünder die Kontrolle. Besonders beeindruckend waren die spielerischen Lösungen im Angriff sowie die intensive Abwehrarbeit. Beim 13:10 wurden die Seiten gewechselt. Bonn kämpfte sich zurück und glich beim 20:20 aus. Doch die Jets blieben ruhig, fanden immer wieder Antworten und sicherten sich mit 26:24 den verdienten Erfolg. Entscheidenden Anteil hatten zwei gehaltene Siebenmeter durch die Torhüter Luis Sauter und Simon Ammon.
Unbelohnter Kampf, starker Abschluss
Am Sonntag wartete mit Gastgeber MT Melsungen der große Turnierfavorit. Die Jets erwischten erstmals einen starken Start und führten früh mit 3:1. In einer Partie auf höchstem Niveau hielten die Gmünder dem körperlich starken Leistungszentrum über die gesamte Spielzeit stand. Die Abwehr arbeitete leidenschaftlich, im Angriff wurden klare Chancen herausgespielt. Beim Stand von 19:19 waren noch wenige Sekunden zu spielen. Doch fünf Sekunden vor Schluss gelang Melsungen der Siegtreffer zum 20:19. Trotz der Enttäuschung war die Leistung der Jets beeindruckend und zeigte eindrucksvoll das Potenzial der Mannschaft.
Trotz schwindender Kräfte und Verletzungssorgen – Nico Wüstling hatte gegen Melsungen verletzt vom Feld müssen – mobilisierte die Mannschaft im letzten Spiel noch einmal alle Reserven. Gegen den HV Vallendar entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Begegnung. Nach einer knappen Halbzeitführung steigerten sich die Jets im zweiten Durchgang nochmals deutlich. Über 13:13 setzte sich der TSB Schritt für Schritt ab und gewann schließlich verdient mit 26:22. Damit sicherten sich die Gmünder Platz drei im Turnier und treten in der kommenden Runde in der Regionalliga Baden-Württemberg an. Die MT Melsungen als Gruppensieger sowie der VfL Günzburg als bester Gruppenzweiter aller vier bundesweiten Endrunden ziehen in die Bundesliga ein.
Mehr gewonnen als Punkte
Die Junior Jets haben an diesem Wochenende eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Besonders bemerkenswert war die Entwicklung innerhalb des Turniers. Nach dem schwierigen Auftakt steigerte sich das Team von Spiel zu Spiel und brachte sogar den großen Favoriten aus Melsungen an den Rand einer Niederlage. Neben den sportlichen Leistungen beeindruckten vor allem der Zusammenhalt, die Leidenschaft und die Bereitschaft, füreinander zu kämpfen. Die Mannschaft sammelte wertvolle Erfahrungen auf höchstem Niveau und bewies, dass sie im deutschen Spitzenhandball keineswegs nur Zuschauer ist. Trainer Michael Hieber zeigte sich nach dem Turnier stolz auf seine Mannschaft: „Die Jungs haben Charakter gezeigt, sich nach Rückschlägen zurückgekämpft und als Team funktioniert. Genau darauf sind wir stolz.“
Ein besonderer Dank gilt den mitgereisten Eltern, Fans und Unterstützern, die mit Trommeln, Gesängen und lautstarker Unterstützung für eine außergewöhnliche Atmosphäre sorgten. Dieses Wochenende hat gezeigt: Die Junior Jets sind bereit für die nächsten Herausforderungen.
Für den TSB spielten: Luis Sauter, Simon Ammon (Tor) – Leo Weber (31 Tore in 4 Spielen), Rafael Hieber (20), Ferdinand Schwarz (13), Lenny Kratochwille (10), Niko Wüstling (6), Paul Nagel (4), Matti Röttele (4), Jakob Leitner (2), Elia Nagel (2), Lenny Lindauer (1), Ben Kolb, Raphael Rinderknecht
(Text und Bilder: Markus Weber)
(Text und Bilder: Markus Weber)






































