Seit sieben Jahren lenkt Tom Abt das Spiel des TSB Gmünd und hat sich auch in der 3.Liga schnell zurechtgefunden. Am Samstag (20 Uhr / Große Sporthalle) führt der Kapitän sein Team ins Heimspiel gegen die ambitionierte, aber derzeit punktgleiche SG Pforzheim/Eutingen.

Es ist ein kleines Jubiläum für Tom Abt. Am Dienstag ist der Spielmacher des TSB Gmünd 24 Jahre alt geworden, am Samstag jährt sich sein erster Einsatz im Aktivenbereich zum siebten Mal. Damals spielte der TSB noch in der Oberliga Baden-Württemberg, zu den damaligen Kontrahenten zählte auch die SG Pforzheim/Eutingen. „Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht“, gesteht Abt. „Gefühlt ging alles im Rausch vorbei, weil ich immer noch mit meinen Kumpels aus der Jugend zusammenspiele.“ Seit Kindesbeinen trägt der Rückraumspieler ausschließlich das Trikot des TSB. Als Kapitän, Spielmacher, Torjäger und Abwehrarbeiter in einer Person hat er entscheidenden Anteil daran, dass die Gmünder mittlerweile in der 3. Liga spielen. Abt und der TSB – einfach „eine brutal erfolgreiche Story“, wie er selbst sagt.
Kein Talent mehr – sondern ein Fixpunkt
Trotz seiner gerade einmal 24 Jahre spricht und agierte der Mutlanger längst wie ein echter Führungsspieler. „Den Talentstatus habe ich schon seit ein paar Jahren weg“, meint er mit einem Lächeln, „und das passt auch so.“ Dass sich für ihn gegen den arrivierten Drittligisten Pforzheim/Eutingen nun ein wenig der Kreis schließt, sei eine angenehme Pointe. „Da ist unsere Entwicklung auch nicht ganz schlecht, wenn man jetzt wieder aufeinandertrifft und eine gute sportliche Perspektive hat.“Wenngleich die Gmünder spüren, dass die Luft in der 3.Liga nochmals dünner wird. Für den Kapitän keine Belastung, sondern vielmehr ein Ansporn: „Ich freue mich immer, mich mit Besseren messen zu können. Die Rolle als Underdog gefällt mir eigentlich fast besser als die des Favoriten. Sowas liegt uns beim TSB, so bin ich im Verein groß geworden und so wurde mir die Einstellung beigebracht.“

Der quirlige, 1,83 Meter große Spielmacher muss in der neuen Liga mehr einstecken. Doch die Unterschiede zur Regionalliga liegen für ihn nicht in erster Linie in der körperlichen Härte. Vielmehr ist es die Qualität, die den Alltag auf dem Feld verändert. „Bei den Gegnern stehen auf jeder Einzelposition sehr gute Abwehrspieler. Man merkt die Qualität im Zweikampf, im Block und im Zusammenspiel. Alle verteidigen brutal in der Gemeinschaft.“ Dass Abt auch auf diesem Niveau schnell angekommen ist, war nicht selbstverständlich, nachdem er sich im Sommer einem Eingriff am Sprunggelenk unterziehen musste. Nach sieben Spieltagen hat er ebenso wie Linksaußen Niklas Burtsche bereits 48 Tore auf dem Konto – und liegt damit ligaweit unter den Top Fünf-Werfern. „Dass er keine Anlaufzeit benötigt hat, ist eine große Leistung“, lobt auch Trainer Aaron Fröhlich. „Ich weiß, was wir an ihm haben. Speziell für Tom war die Liga jetzt nicht der Riesensprung. Wenn wir ihn in gute Positionen bringen, gibt er uns das zurück.
Selbstvertrauen statt Tabellenrechnen

Mit 5:9 Punkten steht der TSB gleichauf mit dem Vorjahresdritten von der SG Pforzheim/Eutingen und unmittelbar vor den drei Abstiegsrängen. Abt sieht die Gmünder weiterhin in der Rolle des Herausforderers – und darin einen möglichen Vorteil. „Das können wir fast vor jedem Wochenende sagen: Der Gegner hat mehr Druck als wir, weil wir vermutlich mit Abstand der kleinste Verein in dieser Liga sind und uns sportlich wie strukturell erst einmal an alles gewöhnen müssen.“ Pforzheim sei es womöglich weniger gewohnt, dass die Siege ausbleiben. Der Gegner habe einen nicht perfekten Saisonstart erwischt und stehe deshalb unter Zugzwang. „Das können wir vielleicht ausnutzen. Wir können vor eigenem Publikum groß aufspielen.“
Zwei der besten Abwehrreihen treffen aufeinander
Ein Blick auf die Statistik macht deutlich, worauf es am Samstag ankommen wird: Mit 205 Gegentoren stellt Pforzheim die zweitbeste Abwehr der Liga, der TSB folgt mit 214 Gegentreffern auf Rang sechs. Gerade defensiv haben sich die Gmünder in den vergangenen Wochen stabilisiert – was umso erstaunlicher ist, da sie mit Patrick Watzl einen wichtigen Spieler verletzungsbedingt verloren haben. „Wir haben uns gefunden“, sagt Abt und hebt namentlich Andreas Maier hervor. Nicht viele Mannschaften hätten einen solchen Spezialisten in ihren Reihen. Maier halte den Laden hinten dicht, während sich die Mannschaft immer besser einspiele und gegenseitig unterstütze. Auch Neuzugang Sören Winger habe sich schnell integriert. Neben diesem Mittelblock schaffen es Abt und Rückraumpartner Kai Schäffner, die Gegner weit weg vom Gmünder Tor zu halten.

Nun gehe es darum, diese defensive Stabilität auch in die Offensive zu übertragen. Die Jets wollen sich für ihren Aufwand belohnen und den nächsten Schritt in der 3. Liga machen. Für Tom Abt wäre das nicht nur ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, sondern ein weiterer Meilenstein in seiner bislang außergewöhnlichen Geschichte mit dem TSB.
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Seit sieben Jahren lenkt Tom Abt das Spiel des TSB Gmünd und hat sich auch in der 3.Liga schnell zurechtgefunden. Am Samstag (20 Uhr / Große Sporthalle) führt der Kapitän sein Team ins Heimspiel gegen die ambitionierte, aber derzeit punktgleiche SG Pforzheim/Eutingen.

Es ist ein kleines Jubiläum für Tom Abt. Am Dienstag ist der Spielmacher des TSB Gmünd 24 Jahre alt geworden, am Samstag jährt sich sein erster Einsatz im Aktivenbereich zum siebten Mal. Damals spielte der TSB noch in der Oberliga Baden-Württemberg, zu den damaligen Kontrahenten zählte auch die SG Pforzheim/Eutingen. „Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht“, gesteht Abt. „Gefühlt ging alles im Rausch vorbei, weil ich immer noch mit meinen Kumpels aus der Jugend zusammenspiele.“ Seit Kindesbeinen trägt der Rückraumspieler ausschließlich das Trikot des TSB. Als Kapitän, Spielmacher, Torjäger und Abwehrarbeiter in einer Person hat er entscheidenden Anteil daran, dass die Gmünder mittlerweile in der 3. Liga spielen. Abt und der TSB – einfach „eine brutal erfolgreiche Story“, wie er selbst sagt.
Kein Talent mehr – sondern ein Fixpunkt
Trotz seiner gerade einmal 24 Jahre spricht und agierte der Mutlanger längst wie ein echter Führungsspieler. „Den Talentstatus habe ich schon seit ein paar Jahren weg“, meint er mit einem Lächeln, „und das passt auch so.“ Dass sich für ihn gegen den arrivierten Drittligisten Pforzheim/Eutingen nun ein wenig der Kreis schließt, sei eine angenehme Pointe. „Da ist unsere Entwicklung auch nicht ganz schlecht, wenn man jetzt wieder aufeinandertrifft und eine gute sportliche Perspektive hat.“Wenngleich die Gmünder spüren, dass die Luft in der 3.Liga nochmals dünner wird. Für den Kapitän keine Belastung, sondern vielmehr ein Ansporn: „Ich freue mich immer, mich mit Besseren messen zu können. Die Rolle als Underdog gefällt mir eigentlich fast besser als die des Favoriten. Sowas liegt uns beim TSB, so bin ich im Verein groß geworden und so wurde mir die Einstellung beigebracht.“

Der quirlige, 1,83 Meter große Spielmacher muss in der neuen Liga mehr einstecken. Doch die Unterschiede zur Regionalliga liegen für ihn nicht in erster Linie in der körperlichen Härte. Vielmehr ist es die Qualität, die den Alltag auf dem Feld verändert. „Bei den Gegnern stehen auf jeder Einzelposition sehr gute Abwehrspieler. Man merkt die Qualität im Zweikampf, im Block und im Zusammenspiel. Alle verteidigen brutal in der Gemeinschaft.“ Dass Abt auch auf diesem Niveau schnell angekommen ist, war nicht selbstverständlich, nachdem er sich im Sommer einem Eingriff am Sprunggelenk unterziehen musste. Nach sieben Spieltagen hat er ebenso wie Linksaußen Niklas Burtsche bereits 48 Tore auf dem Konto – und liegt damit ligaweit unter den Top Fünf-Werfern. „Dass er keine Anlaufzeit benötigt hat, ist eine große Leistung“, lobt auch Trainer Aaron Fröhlich. „Ich weiß, was wir an ihm haben. Speziell für Tom war die Liga jetzt nicht der Riesensprung. Wenn wir ihn in gute Positionen bringen, gibt er uns das zurück.
Selbstvertrauen statt Tabellenrechnen

Mit 5:9 Punkten steht der TSB gleichauf mit dem Vorjahresdritten von der SG Pforzheim/Eutingen und unmittelbar vor den drei Abstiegsrängen. Abt sieht die Gmünder weiterhin in der Rolle des Herausforderers – und darin einen möglichen Vorteil. „Das können wir fast vor jedem Wochenende sagen: Der Gegner hat mehr Druck als wir, weil wir vermutlich mit Abstand der kleinste Verein in dieser Liga sind und uns sportlich wie strukturell erst einmal an alles gewöhnen müssen.“ Pforzheim sei es womöglich weniger gewohnt, dass die Siege ausbleiben. Der Gegner habe einen nicht perfekten Saisonstart erwischt und stehe deshalb unter Zugzwang. „Das können wir vielleicht ausnutzen. Wir können vor eigenem Publikum groß aufspielen.“
Zwei der besten Abwehrreihen treffen aufeinander
Ein Blick auf die Statistik macht deutlich, worauf es am Samstag ankommen wird: Mit 205 Gegentoren stellt Pforzheim die zweitbeste Abwehr der Liga, der TSB folgt mit 214 Gegentreffern auf Rang sechs. Gerade defensiv haben sich die Gmünder in den vergangenen Wochen stabilisiert – was umso erstaunlicher ist, da sie mit Patrick Watzl einen wichtigen Spieler verletzungsbedingt verloren haben. „Wir haben uns gefunden“, sagt Abt und hebt namentlich Andreas Maier hervor. Nicht viele Mannschaften hätten einen solchen Spezialisten in ihren Reihen. Maier halte den Laden hinten dicht, während sich die Mannschaft immer besser einspiele und gegenseitig unterstütze. Auch Neuzugang Sören Winger habe sich schnell integriert. Neben diesem Mittelblock schaffen es Abt und Rückraumpartner Kai Schäffner, die Gegner weit weg vom Gmünder Tor zu halten.

Nun gehe es darum, diese defensive Stabilität auch in die Offensive zu übertragen. Die Jets wollen sich für ihren Aufwand belohnen und den nächsten Schritt in der 3. Liga machen. Für Tom Abt wäre das nicht nur ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, sondern ein weiterer Meilenstein in seiner bislang außergewöhnlichen Geschichte mit dem TSB.
Trainerstimme: „Wir haben kein so schlechtes Gefühl in dieser Situation“, sagt Aaron Fröhlich. Jetzt geht es darum, die Zeit zu nutzen, um besser zu werden und knappe Spiele künftig für uns zu entscheiden.“ Besonders das 29:29 gegen den TV Erlangen-Bruck vor zwei Wochen wurmt die Jets noch. Fröhlich blickt dennoch optimistisch voraus: „Um in der Endabrechnung gut zu sein, müssen wir vermutlich auch mal ein Spiel gegen einen der Großen gewinnen. An einem guten Tag ist alles möglich – wir haben berechtigte Chancen.“ Verzichten muss der Gmünder Coach weiterhin auf Yannik Leichs (Syndesmosebandriss) sowie Kai Kiesel (Kahnbeinbruch).
Gegner: Achtmal trafen beide Teams in der Oberliga aufeinander, nur einmal behielt der TSB die Oberhand. Seit 2020 hat sich die SG in der 3. Liga etabliert und spielt regelmäßig oben mit. 2022 scheiterte sie im Aufstiegsfinale zur 2. Bundesliga am VfL Potsdam. Trainer Alexander Lipps ist bereits seit zwölf Jahren im Amt und setzt traditionell auf einen starken eigenen Nachwuchs. U18-Europameister Finn Meißner ist derzeit mit 32 Toren der beste Werfer, im kommenden Sommer wechselt der Linkshänder zu den Rhein-Neckar Löwen.
Programm: Bereits um 9.30 Uhr eröffnet die A2-Jugend des TSB Gmünd gegen die TSF Welzheim den langen Handballtag. Um 11.15 Uhr empfängt die A-Jugend den TV Bittenfeld II in der Oberliga Baden-Württemberg, ehe um 13 Uhr die D2-Jugend ebenfalls gegen Welzheim gefordert ist. Um 14.15 Uhr trifft die D-Jugend in der Bezirksliga auf den TV Bittenfeld.
Als Highlight um 15:40 Uhr treffen in der B-Jugend-Regionalliga die noch ungeschlagenen Teams des TSB und der HSG Willstätt/Hanauerland aufeinander. Um 17.30 Uhr möchte das TSB-Perspektivteam im Derby gegen die SG Schorndorf den zweiten Saisonsieg in der Bezirksoberliga einfahren und grillt anschließend Würste vor dem Halleneingang, während im Innenraum hinter dem Tor die „Holy Aperoli Bar“ öffnet.